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Deutschland / Welt „Die Deutsche Fußball-Liga wird ein Problem bekommen“
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19:37 28.03.2019
Ulrich Mäurer (SPD) legt sich mit den reichen Bundesliga-Klubs an. Heute wird sich zeigen, ob er gewinnt. Quelle: Carmen Jaspersen/dpa
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Berlin

Vor dem Bundesverwaltungsgericht in Leipzig wird am Freitag über die Frage entschieden, ob Fußballvereine für zusätzliche Polizeikosten bei Hochrisikospielen zahlen müssen. Auslöser der Verhandlung ist ein Gebührenbescheid in Höhe von rund 425.000 Euro, den die Stadt Bremen der Deutschen Fußball-Liga geschickt hatte. Dabei geht es um Kosten für den Polizeieinsatz beim Bundesligaspiel zwischen Werder Bremen und dem Hamburger SV vor fast vier Jahren. 969 Polizeibeamte waren bei dem Hochrisikospiel im Einsatz.

Herr Mäurer, die Urteilsverkündung steht bevor. Mit welcher Entscheidung rechnen Sie?

Wir sind verhalten optimistisch. Ich glaube, dass unsere gesetzliche Grundlage verfassungskonform ist. Wenn man das anders gesehen hätte, dann wäre die mündliche Verhandlung wohl anders verlaufen. Allerdings bekommt man ja nicht immer in allen Punkten Recht. Hier und da kann auch mal etwas korrigiert werden. Warten wir’s ab.

„Die Einnahmen sprudeln“

Wenn Sie gewinnen: Was hätte das konkret zur Folge?

Ich glaube, dass die Deutsche Fußball-Liga ein Problem bekommen wird. Denn wir haben ja inzwischen dank unserer Arbeit eine breite Unterstützung in der Bevölkerung. Alle Umfragen der jüngeren Vergangenheit besagen, dass 90 Prozent der Menschen der Meinung sind, dass sich die DFL an den Kosten beteiligen muss. Dieser Prozess ist auch nicht mehr aufzuhalten. Andere Länder werden nachziehen. Das ist das, was ich immer wollte. Ich wollte nie eine lokale Lösung allein für Bremen. Mein Ziel war immer, die DFL an den Kosten der Polizeieinsätze insgesamt zu beteiligen.

Und warum?

Wir haben im Fußball eine Profiliga, die allein im letzten Jahr 4,4 Milliarden Euro Umsatz generiert hat. Gleichzeitig haben wir Polizeikosten des Bundes und der Länder von zirka 150 Millionen Euro. Dass die DFL davon einen Teil trägt und nicht alles dem Steuerzahler aufdrückt, das ist das, was ich erreichen will.

Das heißt, Sie wollen letztlich nicht nur eine Beteiligung der DFL an den Hochrisikospielen, sondern an allen Spielen.

Nein. Unsere Gegner behaupten immer, wir würden die Kosten der inneren Sicherheit privatisieren. Das ist schlichtweg eine Legende. Wir haben in Bremen seit 2014 dieses neue Gebührenrecht. Währenddessen gab es 60 Spiele. Davon sind sieben in der Kategorie Risikospiele durchgeführt worden. Und selbst da geben wir nicht die vollen Kosten weiter. Der Sockel wird weiterhin finanziert aus den Steuermitteln. Erst bei mehr als rund 500 Beamten im Einsatz stellen wir die Hälfte der zusätzlichen Kosten in Rechnung.

Vorschlag: Fonds von 30 Millionen Euro

Und das würde dann für alle Erst- und Zweitliga-Spiele gelten?

Ja, es geht allein um den Profifußball und darum, dass man über das Gebührenrecht einen Ausgleich dafür bekommt, dass die andere Seite einen großen ökonomischen Vorteil erwirtschaftet. Sonst würden ja auch nicht so viele Zuschauer ins Stadion kommen, wenn nicht so viel Polizei dabei wäre. Das muss man auch sehen. Alle Veranstalter haben das Privileg, dass nicht zuletzt wegen des Einsatzes der Polizei die Einnahmen erst sprudeln.

Was passiert nach einem positiven Gerichtsentscheid also genau?

Wir werden im Fall eines positiven Ausgangs vor dem Bundesverwaltungsgericht die seit 2015 ruhenden Gebühren-Bescheide zustellen und dafür werben, dass sich andere Länder dem anschließen und wir am Ende zu einer bundesweiten Fonds-Lösung kommen. In diesen Fonds müsste die DFL nach unseren Vorstellungen eine feste Summe zwischen 20 und 30 Millionen Euro einzahlen, aus denen dann die Mehrkosten der Polizei bei Hochrisikospielen zumindest teilweise erstattet würden. Ich bin sicher, dass wir bei einer erfolgreichen Gerichtsentscheidung nicht allein bleiben werden.

Lesen Sie hier, was DFL-Boss Reinhard Rauball denkt

Von Markus Decker/RND

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