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Deutschland / Welt Reaktion auf Memo-Leaks: Britischer Botschafter tritt zurück
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Reaktion auf Memo-Leaks: Britischer Botschafter tritt zurück
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17:24 10.07.2019
Der britische Botschafter legt nach den Memo-Leaks und dem folgenden Streit mit US-Präsident Donald Trump sein Amt nieder. Quelle: Niall Carson/PA Wire/dpa
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London

Der britische Botschafter in den USA, Kim Darroch, hat sein Amt niedergelegt. Das teilte das Außenministerium in London am Mittwoch mit. Vorausgegangen war ein Streit zwischen London und Washington über durchgesickerte Botschafterdepeschen.

Darin hatte der britische Botschafter die Trump-Regierung unter anderem als „unfähig“ bezeichnet. Der US-Präsident hatte Kim Darroch daraufhin per Twitter als „dummen Kerl“ und „aufgeblasenen Depp“ beschimpft.

Zu seinem Rücktritt gab Darroch am Mittwoch in einem Brief an, er glaube, dass es „unter den derzeitigen Umständen“ angebracht sei, „die Ernennung eines neuen Botschafters zu ermöglichen“. Die britische Premierministerin Theresa May teilte mit, es sei bedauernswert, dass Darroch zurückgetreten sei.

Premierministerin May hatte zuletzt ihr Vertrauen in Darroch betont

Die Regierungschefin hatte noch am Dienstag über einen Regierungssprecher ihr Vertrauen in Darroch bekräftigt. „Der Botschafter bleibt im Amt und wird seine Aufgaben weiterhin mit der vollen Unterstützung der Premierministerin ausführen“, hieß es nach einer Kabinettssitzung in London. Britische Medien zeigten sich dagegen skeptisch, ob Darroch seine Dienstzeit noch wie geplant bis Ende des Jahres durchhalten kann.

Spekuliert wird nun in einigen Medien, ob womöglich Boris Johnson, der wahrscheinliche Nachfolger von Theresa May, eine Rolle beim Rücktritt gespielt haben könnte. In seinem TV-Duell gegen Außenminister Jeremy Hunt am Dienstagabend hatte er sich nicht darauf festgelegt, den Botschafter trotz der Trump-Kritik im Amt belassen zu wollen.

Darrochs unverblümte Aussagen zur US-Regierung waren in der Zeitung „Mail on Sunday“ veröffentlicht worden.

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Von RND/dpa/AP/cz