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Deutschland / Welt Bürgermeister von Lampedusa: „Die Menschen hier sind wütend.“
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Bürgermeister von Lampedusa: „Die Menschen hier sind wütend.“
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16:39 09.07.2019
Ein Seenotrettungsboot bei der Einfahrt in den Hafen von Lampedusa. Quelle: dpa
Berlin

Im Interview mit der „Welt“ beklagt Lampedusas Bürgermeister Salvatore Martello die Lage in den Flüchtlingsunterkünften auf der Insel: „Die Situation im Hotspot ist extrem angespannt. Er ist für 97 Personen ausgelegt, aber mit den Ankömmlingen vom Wochenende befinden sich dort jetzt rund 250 Menschen“, sagt Martello, der seit 2017 im Amt ist. Die Geretteten müssten so schnell wie möglich nach Sizilien gebracht werden.

Für den langen Aufenthalt der Menschen auf der kleinen Mittelmeerinsel macht der Bürgermeister die Regierung in Rom verantwortlich: „Das Grundproblem für uns ist, dass die Regierung ihren Verpflichtungen nicht nachkommt. Außerdem bedeutete es für die Menschen im Hotspot, dass ihnen ihre Freiheit entzogen wird, und die Einwohner werden sauer, weil sich die Regierung nicht um ihre Insel kümmert“, so Martello. „Die Menschen hier sind wütend, weil sie sich vom Staat allein gelassen fühlen.“ Er beklagt, dass die Regierung nicht auf seine Bitten und Anfragen reagiere.

Strafen für Seenotretter geplant

In Rom ist der Innenminister im Justiz- und Verfassungsausschuss derzeit damit beschäftigt, das Sicherheitsgesetz zu verschärfen. Das zielt vor allem auf die „Sicherung der Außengrenzen“ und Strafen für Seenotretter wie Sea-Watch ab: Kapitäne sollen für das Einfahren in italienische Gewässer Bußgelder zwischen 10.000 und 50.000 Euro zahlen müssen und die Schiffe sollen auf der Stelle beschlagnahmt werden können. Der Grenzschutz soll auch in Salvinis Ressort als Innenminister übergehen.

In der Flüchtlingsfrage kann Salvini laut einer Umfrage mit dem Rückhalt der Hälfte der Bevölkerung rechnen. Derzeit würden 36 Prozent den Lega-Politiker wählen. So viele waren es noch nie.

Von RND/man/dpa

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