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Deutschland / Welt Bund spart durch Niedrigzinsen 180 Milliarden Euro
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Bund spart durch Niedrigzinsen 180 Milliarden Euro
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05:00 21.02.2019
Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) profitiert von niedrigen Zinsen. Quelle: Kay Nietfeld/dpa
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Berlin

Was die Sparer in Deutschland seit Jahren ärgert, freut den Bundesfinanzminister: Durch die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) seit der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008 hat der Bund bei seinen eigenen Schulden Zinsausgaben in Höhe von insgesamt 180 Milliarden Euro gespart. Das geht es aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage des Grünen-Haushaltsexperten Sven-Christian Kindler hervor, die dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) vorliegt.

Danach war die Bundesregierung in ihrer jeweiligen Mittelfristplanung davon ausgegangen, dass für die Schulden zwischen 2008 und 2018 Zinsen in Höhe von 484,8 Milliarden Euro gezahlt werden müssen. Tatsächlich waren dank der Niedrigzinsen aber nur Kreditkosten von 304,5 Milliarden Euro fällig. Die Ersparnis errechnet sich aus der Differenz der beiden Werte. 180 Milliarden Euro sind etwas mehr, als der Bund in einem halben Jahr ausgibt.

Deutschland hat von Eurokrise profitiert“

„EZB-Chef Mario Draghi hat die schwarze Null im Bundeshaushalt erst möglich gemacht“, sagte Kindler dem RND. „Während andere Länder in Europa unter der Krise gelitten haben, hat der deutsche Staat massiv von der Eurokrise profitiert“, ergänzte er. Gerade Deutschland müsse sich jetzt für ein krisenfestes und solidarisches Europa engagieren und dürfte nicht mehr so knausern. „Europa ist unsere Zukunft und dafür muss die Bundesregierung auch bereit sein, mehr Geld zu investieren“, forderte der Grünen-Haushaltspolitiker.

Seit der Krise 2008 versucht die EZB, durch niedrige Zinsen die Konjunktur zu stützen. Seit März 2016 liegt der Leitzins in der Euro-Zone sogar bei Null Prozent.

Lesen Sie auch: Deutsche Sparer verlieren erstmals wieder Vermögen

Von Timot Szent-Ivanyi/RND

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