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Deutschland / Welt CSU kritisiert Hebammengesetz von Spahn
Nachrichten Politik Deutschland / Welt CSU kritisiert Hebammengesetz von Spahn
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05:00 15.05.2019
Eine Hebamme zeigt einer Mutter, wie sie ihren Sohn am besten badet. Quelle: epd
Berlin

In der CSU wird Kritik am Hebammengesetz von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) laut. „Die Akademisierung löst nicht das akute Problem, dass immer mehr Geburtsstationen aus Personalmangel schließen müssen“, sagte die Gesundheitspolitikerin Emmi Zeulner (CSU) dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Es müsse darum gehen, Hebammen, die aus verschiedenen Gründen aus der aktiven Geburtshilfe ausgestiegen seien, zur Rückkehr zu motivieren. Dazu sei es unter anderem nötig, dass die für den Wiedereinstieg erforderliche Weiterbildung künftig von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt werde.

Bisher müssten die Hebammen die Kosten von rund 2000 Euro selbst tragen, beklagte Zeulner. „Entscheidend ist, dass wir diejenigen fördern und finanziell unterstützen, die den Wunsch haben, neben der Vor- und Nachsorge auch wieder in die aktive Geburtshilfe einzusteigen“, sagte sie. Der Gesetzentwurf von Spahn soll am Mittwoch vom Bundeskabinett beschlossen werden.

Kritik an Absenkung des Praxisanteils

Nach den Worten Zeulners gibt es viele Hebammen, die eine Auszeit eingelegt haben, weil sie beispielsweise selbst Kinder bekommen haben. Danach scheuten sie sich aber, ohne eine Weiterbildung neben der Vor- und Nachsorge auch wieder die aktive Geburtshilfe zu übernehmen, berichtete sie. „Um den Frauen den Wiedereinstieg zu erleichtern, brauchen wir eine intensive kostenlose Weiterbildungsförderung in diesem Bereich“, sagte die CSU-Politikerin.

Spahns Gesetzentwurf sieht vor, dass Hebammen künftig ein duales Studium durchlaufen müssen. Zeulner begrüßte diese Akademisierung. „Der Beruf der Hebamme wird gerade auch in der Hierarchie zu den Ärztinnen und Ärzten im Kreissaal aufgewertet, was für die Hebammen ein ganz wichtiger Punkt war“, sagte sie. Die CSU-Politikerin forderte allerdings, den Praxisanteil im Studium von bisher geplanten 2100 Stunden auf 2500 Stunden zu erhöhen.

„Geburtshilfe lebt vom Üben“

Sie verwies darauf, dass in der bisherigen Hebammenausbildung 3000 Stunden für die praktische Ausbildung vorgesehen sind. „Die Akademisierung hilft, die Hebammen auf die gestiegenen medizinischen und wissenschaftlichen Herausforderungen des Berufs vorzubereiten. Doch die praktische Ausbildung darf weder im Sinne der Hebammen, die letztlich in der Verantwortung stehen, noch im Sinne der Mütter und Kinder derart abgesenkt werden“, kritisierte sie. „Die Geburtshilfe lebt von Erfahrung durch Üben. Nur durch die praktische Erfahrung, gerade beim Geburtshergang selbst, können die Hebammen die Sicherheit erlangen, die sie brauchen“, betonte die CSU-Politikerin.

Von Timot Szent-Ivanyi/RND

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