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Deutschland / Welt Das BER-Desaster: Der größte politische Skandal seit 1990
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16:10 13.04.2019
Noch immer kein Leben hinter Zäunen: der BER. Quelle: Soeren Stache/dpa
Berlin

Am ersehnten Hauptstadtflughafen BER ist seit der ersten Verschiebung der Eröffnung mehr Zeit verstrichen, als die Bauarbeiten eigentlich hätten dauern sollen. Und die Baukosten explodieren weiter. Dass der Airport im Oktober 2020 in Betrieb geht, darauf würde in Berlin niemand Haus und Hof verwetten. Noch sind die Arbeiten im Gange, und noch stehen umfangreiche Tests sowie der Probebetrieb an. Viel spricht dafür, dass die Verantwortlichen nach der Landtagswahl in Brandenburg am 1. September eine weitere Verschiebung kundtun und sich dabei selbstredend zerknirscht zeigen werden. Das Land ist einer der Gesellschafter.

In anderen Ländern würden in demselben Zeitraum zwei oder drei Flughäfen gebaut – für das gleiche Geld. Was vielleicht noch schwerer wiegt: Zehntausende in der Einflugschneise des Noch-Hauptstadtflughafens Tegel warten darauf, dass sie durch den BER endlich erlöst werden. Deren Dasein wird durch den Lärm massiv beeinträchtigt. Unzählige Menschen hätten in der Gegend keine Wohnungen gemietet oder Häuser gekauft, wenn sie gewusst hätten, dass die ersehnte Stille ohne Starts und Landungen nicht eintritt. Da geht es um Gesundheit, Vermögen – und ganze Lebensplanungen.

Mehr zum Thema: Falsche Dübel verbaut? Tüv fürchtet um BER-Sicherheit

Keine Massen haben demonstriert

Doch kein Politiker ist wegen des größten politischen Skandals seit 1990 abgetreten. Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit und Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (beide SPD) schlichen sich davon. Keine Massen haben demonstriert, obwohl in Berlin jeden Tag gegen fast alles demonstriert wird.

Das BER-Desaster ist unentschuldbar. Die Gewöhnung ändert daran nichts.

Von Markus Decker/RND

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Nachdem zuletzt die Zweifel wuchsen, ob der Airport im Oktober 2020 in Betrieb gehen kann, fordert das Haus von Andreas Scheuer (CSU) nun bis zum 17. April definitiv Auskunft. Linksfraktionschef Dietmar Bartsch kritisiert dies. Der Bund sei ja selbst Gesellschafter, sagt er.

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