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Deutschland / Welt Debatte um Impfpflicht - Grüne fordern digitalen Impfpass
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13:43 16.04.2019
Katrin Göring-Eckardt, Fraktionsvorsitzende im Bundestag der Partei Bündnis 90/Die Grünen, hält den „zerfledderten gelben Impfpass für ein Relikt der analogen Vergangenheit“. Quelle: dpa/Peter Endig
Berlin

In der Debatte um verpflichtende Masern-Impfungen fordern die Grünen die Einführung eines digitalen Impfpasses. „Vor allem bei Erwachsenen zwischen 30 und 50 Jahren ist die Zahl der Geimpften noch immer zu gering“, sagte Grünen-Fraktionsvorsitzende Katrin Göring-Eckardt dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). „Wir wollen, dass die Impflücken in allen Altersgruppen geschlossen werden.“

Dafür sei es nötig, dass auch Erwachsene jederzeit prüfen können, wann und ob sie geimpft werden müssten, so Göring-Eckardt. Das werde durch den derzeit gültigen gelben Impfpass in Papierform erschwert.

Viele merken nicht, dass Impfung fällig ist

„Viele Menschen wissen aber gar nicht, wo ihr Impfpass gerade ist und haben ihn auch bei Arztbesuchen nicht dabei, um den Impfstatus vom Arzt gegenchecken zu lassen“, sagte die Grüne. „Andere merken gar nicht, dass eine Impfung fällig ist.“

Ein digitaler Impfpass wäre dagegen für den Inhaber jederzeit abrufbar. „Damit hört die Suche nach dem Impfpass auf, Patienten können den Impfstatus von überall und jederzeit abrufen und Ärzte können auf Grundlage des elektronischen Passes an notwendige Impfungen erinnern.“

Grüne Forderungen an Jens Spahn

Die Grünen fordern Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) dazu auf, den Impfausweis zügig zum Bestandteil der elektronischen Patientenakte zu machen, die im Januar 2021 eingeführt werden soll. Zudem regten sie an, eine mit der Patientenakte gekoppelte Smartphone-App einzuführen, die ihre Nutzer an die fälligen Impfungen per Nachricht erinnert, sofern diese es wünschen.

Auslöser der Debatte ist eine neue Masernwelle in etlichen Ländern der Welt, darunter auch die USA und Deutschland. Weltweit ist die Zahl der von Januar bis März gemeldeten Masernfälle nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) viermal so hoch wie im gleichen Zeitraum des Vorjahres. 170 Länder meldeten demnach zusammen rund 112.000 Erkrankungen, verglichen mit 28.000 im vergangenen Jahr.

Gesetz zu Kita-Impfpflicht bis Mai

Die tatsächliche Zahl liege noch deutlich höher, warnte die WHO, weil vermutlich nur jeder zehnte Fall gemeldet wird. Die Organisation hält mangelnde Impfbereitschaft für eine der größten Gefahren für die weltweite Gesundheit.

In Deutschland haben sich inzwischen zahlreiche Politiker für eine Impfpflicht gegen Masern ausgesprochen, die zunächst für Kinder in Kitas und Schulen gelten soll. Einen entsprechenden Gesetzentwurf will Jens Spahn Anfang Mai vorlegen, auch Familienministerin Franziska Giffey (SPD) und SPD-Chefin Andrea Nahles plädieren dafür.

Experte gegen Zwangs-Impfung

Am Robert-Koch-Institut (RKI), das als Expertenstelle dem Bundesgesundheitsministerium unterstellt ist, sieht man eine Impfpflicht dagegen skeptisch. „Bevor man mit so einem Instrument ankommt, muss man genau abwägen, was man damit erreichen kann“, sagte Ole Wichmann, Chef der Impfprävention am RKI am Dienstag dem Sender Bayern 2.

Bei Masern gebe es altersspezifischen Impflücken, vor allem bei Jugendlichen, jungen Erwachsenen und älteren Menschen. Bei Kleinkindern gebe es eine hohe Impfquote durch die verpflichtenden U-Untersuchungen. Bevor eine Impfpflicht eingeführt werde, sollten eher andere Dinge optimiert werden, wie ein verstärktes Werben von Krankenkassen und Ärzten für Untersuchungen von Jugendlichen.

Lesen Sie auch: Bund könnte im Mai Regeln zu Masern-Impfpflicht für Kinder vorlegen

Von Steven Geyer/RND

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