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Deutschland / Welt Kanzlerin voraus, Ersatzflugzeug hinterher
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17:47 26.06.2019
Der Airbus A340 der Luftwaffe „Konrad Adenauer“ steht auf dem militärischen Teil des Berliner Flughafens Tegel bereit für den Abflug der Bundeskanzlerin. Quelle: Kay Nietfeld/dpa
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Berlin

Die Frau der Flugzeug-Besatzung klang ernst, als sie im Besprechungsraum des Airbus stand. Die Kanzlerin müsse jetzt kommen, es sei „wichtig“. Mehr als eine Stunde war die „Konrad Adenauer“ der Luftwaffe bereits nach Buenos Aires unterwegs, da musste der A340 über den Niederlanden umdrehen und Köln-Bonn ansteuern.

Es war Ende November 2018, die Kanzlerin war eigentlich auf dem Weg zum G20-Gipfel nach Argentinien. Eine defekte elektronische Verteilerbox hatte den Weiterflug unmöglich werden lassen. Statt mit der Luftwaffe musste Angela Merkel einen Tag später mit „Iberia“ fliegen. Den Auftakt des Gipfels verpasste sie.

Die Reise war der Höhepunkt einer Verkettung von Pleiten, Pech und Ausfällen bei der Flugbereitschaft: Es traf Kanzlerin und Vizekanzler, den Außen- und Entwicklungsminister, den Bundespräsidenten. Mal war eine Scheibe kaputt, mal knabberte ein Marder einen Schlauch durch, mal platzte ein Reifen.

Gipfel verpassen? Das wäre der Super-Gau

Seit dem abgebrochenen Merkel-Flug gilt als der unausgesprochene Super-Gau, dass die Kanzlerin noch einmal einen Gipfel verpassen könnte. In diesen Tagen kamen die bösen Gedanken wieder hoch. Denn am Donnerstag fliegt die Kanzlerin erneut zu einem G20-Gipfel. Ins japanische Osaka.

Damit dieses Mal nichts schiefgeht, hat die Luftwaffe vorgesorgt. Sie hat kurzerhand einen ihrer interkontinentalen Ausbildungsflüge ebenfalls nach Japan verlegt – zeitgleich zu dem Flug der Kanzlerin. Oder: fast zeitgleich.

Der verpasste G20-Auftakt in Argentinien war der Höhepunkt einer Verkettung von Pleiten, Pech und Ausfällen bei der Flugbereitschaft: Es traf Kanzlerin und Vizekanzler, den Außen- und Entwicklungsminister, den Bundespräsidenten. Mal war eine Scheibe kaputt, mal knabberte ein Marder einen Schlauch durch, mal platzte ein Reifen.

Wenn Angela Merkels A340 am Donnerstag gegen Mittag von Berlin-Tegel startet, wird der zweite verfügbare A340 dort in Wartestellung und bereits präpariert stehen. Sollte während der ersten Stunde der Kanzlerinnen-Flug planmäßig verlaufen und keine Umkehr der Kanzlermaschine zu erwarten sein, macht sich das Nachkommando startbereit. Das Ziel: Tokio, in unmittelbarer Nähe des während des G20-Gipfels überlaufenen Flughafens von Osaka.

An Bord der zweiten Maschine wird eine Besatzung der Luftwaffe sein, bei der ein Training auf einer Langstrecke mal wieder an der Zeit war. Etwa ein Dutzend Personen, darunter Piloten, Techniker und Kabinenbesatzung. Die interkontinentalen Flüge sind Teil der regulären Ausbildung, die bestimmte Flugzeiten, klimatische und sprachliche Sonderbedingungen umfasst. Ein solcher Flug, so heißt es aus Kreisen der Luftwaffe, wäre ohnehin fällig gewesen. Statt nach Afrika oder in die Vereinigten Staaten führt er nun eben nach Japan.

Auf dem Rückflug wiederholt sich die Startreihenfolge

Auf dem Rückflug dürfte sich die Startreihenfolge wiederholen. Die Kanzlerin hebt am Samstag aus Osaka ab und nach einer Weile macht sich auch der zweite Airbus aus Tokio wieder auf den Weg zurück nach Deutschland. Oder eben nach Osaka, sollte es doch Schwierigkeiten mit dem Regierungsflieger geben. Aber daran will niemand denken.

Von Gordon Repinski/RND

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