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Deutschland / Welt Der Alltag mit Flüchtlingen: Ein Bürgermeister redet Klartext
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11:57 15.02.2019
Der Bürgermeister von Boostedt hatte das Land Schleswig-Holstein öffentlich um Hilfe gebeten. Quelle: Ulf Dahl
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Herr König, sechs Monate sind seit Ihrem öffentlichen Hilferuf vergangen. Ist jetzt alles gut in Boostedt?

Hartmut König: Vieles hat sich normalisiert. Die Lage hat sich spürbar beruhigt. Die Boostedter selbst sind auch wieder ein wenig zur Ruhe gekommen. Die Stimmung im Ort ist nicht mehr so aufgeheizt.

Das bedeutet, die Probleme, die Sie benannt hatten (Anm. der Red.: Alkohol, Krawall, auffälliges Benehmen) sind gelöst?

Was den Alkoholkonsum betrifft, das öffentliche Rumgammeln, die Respektlosigkeiten – ja, die Probleme gibt es nicht mehr. Natürlich kann man sagen: Es ist ja auch Winter und für die Flüchtlinge wenig einladend draußen, aber ich bin grundsätzlich großer Hoffnung, dass die vielen Angebote des Betreuungsverbandes wirksam sind und den Flüchtlingen Perspektiven bieten, ihre Freizeit sinnvoll zu gestalten. Es hat sich ein Stückweit zurechtgerüttelt. Das war das, was ich mir gewünscht hatte. Ich wollte, dass sich die Menschen in der Unterkunft wohlfühlen, aber eben auch die Boostedter.

Lesen Sie hier: Boostedter Bürgermeister: „Wir werden vom Land allein gelassen!“

Sie haben damals viel Gegenwind bekommen für Ihre Aussagen. Wie empfinden Sie dies im Rückblick?

Es hat sich für die Menschen gelohnt, die hier in Boostedt leben. Ich habe von Anfang an gefordert, die Last auf mehr Schultern zu verteilen. Ich hatte gefordert, eine dritte Unterkunft zu eröffnen. Das hat unser Innenminister Hans-Joachim Grote zunächst kategorisch abgelehnt. Naja, und was ist nun? Die Unterkunft in Rendsburg wird wieder eröffnet. Warum nicht gleich so?

War das Ihr Erfolg?

Ich will mir nicht irgendetwas anheften, auch keine Erfolge. Ich habe Probleme benannt und das Land hat eine Entscheidung getroffen. Unter welchen Bedingungen, das ist mir egal. Letztlich zählt nur eines: das Ergebnis.

Warum König zwischendurch aufgeben wollte, was die Gemeinde gelernt hat und die Reaktion von Ministerpräsident Daniel Günther lesen Sie im vollständigen Interview der „Kieler Nachrichten“.

Von RND/KN/Bastian Modrow