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Deutschland / Welt Der Staat muss sich um die E-Mobilität kümmern
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17:10 16.11.2018
Immer mehr Autos fahren mit Strom – doch es gibt nicht nur Chancen, sondern auch Risiken für die Autobranche. Quelle: Daniel Bockwoldt/dpa
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Berlin

Es war nur eine Frage der Zeit. Jetzt ist es passiert. Das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen hat die NRW-Landesregierung dazu verdonnert, einen Teil einer Autobahn – der A40, die mitten durch Essen führt – für ältere Dieselautos zu sperren. Das ist nicht zumutbar – und schon gar nicht überprüfbar, falls irgendjemand auf die Idee kommen sollte, den Richterspruch tatsächlich umzusetzen.

Wer jetzt – wie Verkehrsminister Andreas Scheuer – das Gericht beschimpft, liegt daneben. Die Richter mussten geltendes Recht anwenden. Die Diesel-Fahrverbote machen deutlich, dass wir an einer Zeitenwende in der Mobilität stehen. Und da wird mit Nichtstun überhaupt nichts besser, sondern alles immer nur noch schlimmer. Es braucht endlich eine konsistente Verkehrs- und Industriepolitik. Die Nachrüstung alter Diesel mit zusätzlichen Katalysatoren auf Kosten der Autobauer wäre nur ein erster Schritt. Es muss noch viel weiter gehen: Es gilt, die Belastung der Städte mit motorisierten Fahrzeugen massiv zu verringern und der neuen, umweltfreundlichen Form der Motorisierung mit Elektroautos den Weg zu ebnen. Letzteres ist die mit Abstand wichtigste und schwierigste Aufgabe. Aber immerhin versucht sich die Bundesregierung daran. Diese Woche hat Wirtschaftsminister Peter Altmaier eine Milliarde Euro zur Förderung von Batteriefabriken zur Verfügung gestellt.

Forschung und Entwicklung müssen intensiviert werden

Der Staat muss handeln – und ausgerechnet der Autobranche, die das Diesel-Desaster angerichtet hat, helfen. Die Kosten, Risiken und Unwägbarkeiten bei der Elektromobilität sind immens und heute kaum überschaubar. Werden die Lithium-Ionen-Batterien auch in fünf Jahren noch die effizientesten Stromspeicher sein? Oder setzen sich Feststoff-Akkus schon bald durch? Wie werden sich die Kosten für teure Batterierohstoffe wie Kobalt entwickeln? Haben Brennstoffzellen eine Chance? Zwar schalten Volkswagen und andere Autobauer auf den E-Antrieb um. Aber der Weg in die neue Welt ist nicht kompatibel mit den betriebswirtschaftlichen Zwängen von börsennotierten Unternehmen.

Deshalb braucht es staatliches Engagement. Das bedeutet aber nicht, den Autobauern einfach Milliarden zuzuschieben. Es geht darum, Forschung und Entwicklung unabhängig von einzelnen Herstellern massiv zu intensivieren. Es muss darum gehen, den Einsatz knapper Rohstoffe zu minimieren und die Leistungsfähigkeit der Batterien zu steigern. Parallel dazu müssen die Potenziale von Brennstoffzellen für große Autos und Nutzfahrzeuge erkundet werden. Das alles muss mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien und dem Aufbau einer flächendeckenden Lade-Infrastruktur verknüpft werden. Da wird es Rück- und Fehlschläge geben. Aber die Autobranche ist für die deutsche Wirtschaft zu wichtig, um sie allein den Autobauern allein zu überlassen.

Von Frank Thomas Wenzel/RND

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