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08:45 02.06.2013
In der Bundesrepublik leben weniger Menschen als vermutet. Quelle: dpa
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Berlin

Deutschland hat weniger Einwohner als bislang angenommen: Aktuell leben rund 80,2 Millionen Menschen in der Bundesrepublik. Das ergab der Zensus 2011, den das Statistische Bundesamt am Freitag in Berlin vorstellte. Bislang waren die Statistiker von 81,8 Millionen Einwohnern ausgegangen. Die Bevölkerung war zuletzt im Jahr 1987 in der damaligen Bundesrepublik sowie 1981 in der DDR gezählt worden. Auf der Grundlage der damaligen Ergebnisse wurden die Daten fortgeschrieben und im Laufe der Zeit immer ungenauer.

Frauen sind klar in der Überzahl

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Die erste Volkszählung in Deutschland seit mehr als zwei Jahrzehnten kommt nunmehr auf exakt 80.219.695 Menschen. Nach den neuesten Zahlen stammt mittlerweile fast jeder Fünfte aus einer Zuwandererfamilie: 15,0 Millionen Einwohner des Landes haben einen sogenannten Migrationshintergrund. Viele von ihnen haben aber die deutsche Staatsbürgerschaft: Unter den 80,2 Millionen Einwohnern finden sich nämlich nur knapp 6,2 Millionen Ausländer - eine Quote von 7,7 Prozent.

Zudem sind die Frauen in Deutschland klar in der Überzahl: Gut 41 Millionen weiblichen Einwohnern stehen lediglich etwas mehr als 39 Millionen Männer gegenüber.

Oldenburg holt auf, Hildesheim fällt zurück

 Korrigiert werden muss auch die Zahl der Einwohner von Niedersachsen: Zum Stichtag der Volkszählung (9. Mai) haben 1,8 Prozent weniger Menschen als angenommen in Niedersachsen gelebt. Die Zahl liege bei exakt 7.777.992 Einwohnern, teilte am Freitag der Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen in Hannover mit. 0,4 Prozent des Rückgangs entfiel auf deutsche Bürger, der Rest auf Ausländer.

Nach Hannover und Braunschweig ist jetzt Oldenburg statt Osnabrück die drittgrößte Stadt des Landes. Hildesheim und Salzgitter sanken unter die 100.000-Einwohnergrenze.

In Niedersachsen gibt es nur wenige Kommunen oder Landkreise, die bei der Einwohnerzahl zulegten.

Die Verlierer:

Hannover (506 416 Einwohner/-3,1 Prozent) - Braunschweig (242 537/-2,7) - Oldenburg (157 267/-2,9) - Osnabrück (153 699/-6,4) - Wolfsburg (119 984/-1,4) - Göttingen (115 843/-4,4) - Hildesheim (99 554/-3,2) - Salzgitter (98 895/-3,1) - Wilhelmshaven (77 451/-5,1) - Delmenhorst (73 322/-1,5) - Lüneburg (69 905/-4,3) - Celle (69 001/-1,8) - Garbsen (59 499/-3,5) - Hameln (56 756/-1,6) - Nordhorn (52 029/-1,8) - Wolfenbüttel (51 756/-3,3) - Langenhagen (50 821/-3,7) - Emden(49 787/-3,3) - Cuxhaven (49 093/-2,4) - Peine (48 582/-0,2) - Melle (45 855/-0,5) - Stade (45 141/-2,2)

Die Gewinner:

Landkreis Cloppenburg (159 337/+0,2) - Landkreis Holzminden (73 548/+1) - Landkreis Lüchow-Dannenberg (49 205/+0,1) - Stadt Lingen (51 821/+ 1,4)

Kritik vom Bundesdatenschutzbeauftragten

Die Datenerhebung für den neuen Zensus hatte im Jahr 2011 begonnen. Im Unterschied zu einer klassischen Volkszählung wurde dafür nur ein Drittel der Bevölkerung befragt - persönlich oder schriftlich. Weitere Daten wurden aus den Melderegistern der Kommunen, dem Register der Arbeitsagentur und anderen Quellen zusammengetragen.

Der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar kritisierte jedoch, dass in Kliniken, Haftanstalten und Altersheimen personenbezogene Daten erhoben wurden. "In diesen sogenannten Sonderbereichen hätte man keine namentliche Zählung durchführen sollen", sagte Schaar der Online-Ausgabe der Tageszeitung "taz". Bei einigen dieser Bereiche könne schon eine Zuordnung die Betroffenen stigmatisieren, etwa Häftlinge oder psychisch Kranke. Die Europäische Union schreibt vor, dass bestimmte Daten erhoben werden müssen. Die nächste Volkszählung ist deshalb schon fest eingeplant - für das Jahr 2021.

dpa

Dieser Artikel wurde noch einmal aktualisiert.

31.05.2013
31.05.2013