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Deutschland / Welt Die Wölfe erreichen das Kanzleramt
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17:27 03.05.2019
Ein Wolf streift durch ein Gehege in Niedersachsen. Quelle: Julian Stratenschulte/dpa
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Berlin

Die Beschränkung der Wolfspopulation in Deutschland ist nun Sache des Kanzleramts. Die Regierungszentrale habe das Thema an sich gezogen, sagte eine Sprecherin des Umweltministeriums und bestätigte damit einen Bericht der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (FAZ).

Im Januar war ein „Wolfsgipfel“ von Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) und Agrarministerin Julia Klöckner (CDU) ergebnislos geblieben. Klöckner will Wölfe auch unabhängig von einer konkreten Gefahr abschießen lassen. Schulze will den Abschuss erlauben, wenn ein Wolf mehrfach Schutzzäune überwunden oder sich Menschen genähert hat.

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In mehreren deutschen Regionen, unter anderem in Brandenburg, Sachsen und Niedersachsen, ist der Umgang mit den Wölfen ein wichtiges Thema. Umwelt- und Tierschützer stehen hier oft gegen Jäger und Bauern, die die Gefahr für Menschen und Herdentiere hervorheben.

Wolfsdebatte könnte „AfD-Beschleunigungsprogramm“ werden

Vize-Regierungssprecherin Ulrike Demmer sagte zur Einschaltung des Kanzleramts, es handele sich um einen „normalen Abstimmungsprozess“. Allerdings gibt es in der Union angesichts niedriger Umfragewerte den dringenden Wunsch, dass die Regierung wichtige Streitthemen abräumt.

Außerdem könnte der Wolf in den anstehenden Wahlen eine wichtige Rolle spielen, sowohl vor den ostdeutschen Landtagswahlen im Herbst, aber vor allem auch bei den Kommunalwahlen in mehreren Bundesländern am 26. Mai. Agrarministerin Klöckner hat gewarnt, die Debatte um den Wolf könne im Osten ein „AfD-Beschleunigungsprogramm“ werden.

Wölfe galten in Deutschland lange als ausgerottet. 1990 wurden sie unter gesetzlichen Schutz gestellt. Ende 2018 gab es nach Angaben des Bundesamts für Naturschutz in Deutschland 73 bestätigte Wolfsrudel, 30 Wolfspaare und drei Einzelwölfe.

Von vat/RND