Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Deutschland / Welt Nach Kritik an Trisomie-21-Post der FDP: Das sagt die Mutter des Kindes
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Nach Kritik an Trisomie-21-Post der FDP: Das sagt die Mutter des Kindes
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:36 02.04.2019
Der Screenshot zeigt den kritisierten und inzwischen gelöschten Tweet der FDP. Quelle: Screenshot FDP Fraktion
Berlin

Das Foto zeigt ein Kind mit Trisomie 21, umgangssprachlich als Down-Syndrom bekannt. Es liegt in den Armen einer erwachsenen Person. Darauf geschrieben steht ein Slogan: „Trisomie-21-Test muss Kassenleistung werden.“ Mit diesem Bild hat die FDP-Bundestagsfraktion in einem Twitter-Post die Debatte über das sensible Thema eröffnet – und einige Kritik geerntet. So sehr, dass die Partei den Tweet schließlich gelöscht und sich entschuldigt hat. Aber was sagt die Mutter des abgebildeten Kindes dazu?

Bei dem Foto handelt es sich um ein Symbolfoto, dass frei genutzt werden kann. Gemacht worden ist es von einer professionellen Fotografin, von Tatjana. Sie ist auch die Mutter des Kindes. Sie kommt aus Russland und lebt seit einigen Jahren in Tschechien. Ihr Sohn Wladimir ist inzwischen drei Jahre alt.

Sie selbst könne die Kritik an dem FDP-Tweet nicht nachvollziehen, sagt sie im Gespräch mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland. Es sei unverfänglich, und auch den Text der Fraktion im Tweet halte sie für gerechtfertigt – weil sie keiner Frau zumuten wolle, das durchzustehen, was sie durchgestanden habe. „Es war sehr schwer für mich“, sagt sie.

Tatjana befürwortet den Trisomie-21-Test

Tatjana hatte in ihrer Schwangerschaft einen Bluttest gemacht, doch die Genommutation wurde damals nicht erkannt. Erst am Abend nach der Geburt erfuhr sie davon. „Es war ein Schock für mich. Ich habe überhaupt nicht gewusst, was ich machen soll.“ Sie sei damals in einem für sie noch fremden Land gewesen und hätte nicht gewusst, welche Unterstützung sie habe.

Genau deshalb befürwortet sie den Trisomie-21-Test: „Dann kann sich die betroffene Frau besser darauf vorbereiten. Sie kann eine bewusste Entscheidung treffen, was sie tun möchte“, sagt sie. „Ich hatte diese Chance nicht.“ Und sie betont: „Es ist grundsätzlich eine schwierige Entscheidung. Da gibt es kein richtig oder falsch.“

Foto ist anderthalb Jahre alt

Entstanden ist das Foto vor anderthalb Jahren. Tatjana hat angesichts ihres Berufes auch mehrere professionelle Fotos von ihrem Sohn gemacht. Ganz egal ist es ihr nicht, wo diese erscheinen. Hin und wieder informiert sie sich im Netz über die Verwendung.

Wladimir beschreibt sie als ein sehr einzigartiges Kind. Er habe schwere physiologische Probleme, werde durch eine Magensonde ernährt und verbringe die meiste Zeit im Krankenhaus. Und doch gibt es die kleinen Momente, die ihre Augen strahlen lassen, sagt Tatjana – etwa wenn der Dreijährige begeistert in die Hände klatscht.

Lesen Sie auch unseren Kommentar zum Thema: Trisomie-21-Post – Die FDP hat es an Sensibilität vermissen lassen

Von Alexander Salenko und Dana Schülbe/RND

Der Rückgang bei den Treibhausgas-Emissionen ist kein Anlass für die Bundesregierung, sich auf die Schulter zu klopfen. Vielmehr sind dessen Ursachen Grund zu noch größerer Sorge, kommentiert Marina Kormbaki.

02.04.2019

Das Landgericht Dresden sieht den Vorwurf der fahrlässigen Falscheides als erwiesen an und hat die Ex-AfD-Chefin Frauke Petry deshalb zu einer Geldstrafe von 6000 Euro verurteilt.

02.04.2019

Die Furcht vor Kriminalität treibt die Menschen um. Dabei sinkt die Zahl der polizeibekannten Straftaten. Nur eine Berufsgruppe wird Seehofer zufolge öfter angegriffen als zuvor.

02.04.2019