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Deutschland / Welt Venezuelas Geheimdienst nimmt Juan Guaidós Stellvertreter fest
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Venezuelas Geheimdienst nimmt Juan Guaidós Stellvertreter fest
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11:06 09.05.2019
Edgar Zambrano (l-r), Vizepräsident der Nationalversammlung, Juan Guaido, Interimspräsident der Nationalversammlung, und Omar Barboza, scheidender Präsident der Nationalversammlung. Quelle: Fernando Llano/AP/dpa
Caracas

Nach dem gescheiterten Aufstand gegen Venezuelas Präsident Nicolás Maduro haben Sicherheitskräfte den ranghohen Oppositionellen Edgar Zambrano festgenommen.

Der Vizepräsident der von der Opposition kontrollierten Nationalversammlung sei am Mittwoch in seinem Auto unterwegs gewesen, als er plötzlich vor der Zentrale seiner Partei Acción Democrática (AD) von schwer bewaffneten Beamten umzingelt worden sei, teilten Abgeordnete mit. Parteigeneralsekretär Carlos Prosperi ergänzte, Sicherheitskräfte hätten Zambranos Wagen abgeschleppt, während dieser noch drin gesessen habe.

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„Wir Demokraten werden weiter kämpfen“, twitterte Zambrano, während sein Auto abgeschleppt wurde. Zwei Stunden vor seiner Festnahme hatte Zambrano der Nachrichtenagentur AP in einem Telefoninterview gesagt, er werde sich nicht verstecken, „weil ich keine Straftat begangen habe“.

Der Vorwurf: Verrat und Anstiftung zum Aufstand

Mit der Festnahme verschärfen sich die politischen Spannungen in Venezuela. Mitglieder der Regierung von Staatschef Nicolás Maduro gaben bekannt, dass gegen Zambrano und etliche weitere Abgeordnete wegen Verrats und Anstiftung zum Aufstand ermittelt werde.

Zambrano gehörte zu neun Oppositionspolitikern, die vergangene Woche mit dem selbst erklärten Interimspräsidenten Juan Guaidó aufgetreten waren. Dieser rief das Militär zur Abkehr von Maduro auf, doch lief der Appell weitgehend ins Leere. Zambrano gehörte zu den ersten, die dem Aufruf Guaidós folgten.

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Er ist Anwalt und wird innerhalb der Opposition als versöhnlicher Charakter wahrgenommen, der Henry Ramos nahe steht. Dieser ist ehemaliger Vorsitzender des Kongresses, ihm wird Beteiligung in einem früheren angeblichen Aufstand gegen Maduro vorgeworfen.

Unterstützer der Regierung hatten Maduro aufgefordert, nach der gescheiterten Revolte Festnahmen anzuordnen. Näher an einem tatsächlichen Aufstand als in der vergangenen Woche war die Opposition nie.

Guaidó bemühte sich am Mittwoch, die Protesten aufrecht zu erhalten. Er traf Unterstützer in seiner Heimatstadt La Guaira und umliegender Gemeinden.

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Von RND/ap/lf

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