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Deutschland / Welt Elbvertiefung: Kurz nach Startschuss für Baggerarbeiten ist der Bagger wieder weg
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Elbvertiefung: Kurz nach Startschuss für Baggerarbeiten ist der Bagger wieder weg
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12:38 26.07.2019
Andreas Scheuer (Mitte) schaut beim Auftakt des Fahrrinnenausbaus für die Elbvertiefung auf den Hopperbagger "Schweldt River". Quelle: Axel Heimken/dpa
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Hamburg

Die Macht der Bilder ist den Akteuren auf der Bühne der großen Politik sehr wohl bekannt. Und der jüngste Dienstag war genau dafür perfekt geeignet: Auf der Elbe wurde das gute Wetter für den „offiziellen Start“ der Baggerarbeiten zur Vertiefung des Fahrwassers genutzt. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) reiste dafür extra an, derzeit braucht er dringend positive Bilder.

Alles war perfekt inszeniert: Im Strom lag einer der modernsten Saugbagger Europas auf Position. Auf dem Salonmotorschiff „Hammonia“ ganz nah anbei drängte sich die Prominenz. Dann drückte der Minister auf einen roten Startknopf. „Jetzt geht es los!“, rief Scheuer.

Prompt senkte sich „per Funksignal“ der Rüssel des Saugbaggerschiffs „Scheldt River“ in den Strom. Nur eines fehlte: der Kontakt mit der Bagger-Crew. Das sei leider nicht vorgesehen, sagte man den Journalisten. Aus gutem Grund, wie die „Kieler Nachrichten“ nun erfuhren. Denn kaum waren nach der Feier Medien, Politiker und Umweltaktivisten von der Elbe abgezogen, kehrte auf dem Strom wieder Ruhe ein.

Die Baggerbesatzung holte den Saugrüssel aus dem Wasser, wendete – und fuhr elbabwärts gen Nordsee von dannen. Von Wedel ging es direkt zurück ins heimatliche Belgien.

Es kam offenbar nur auf das gute Foto und den Terminkalender des Bundesministers an. Dauerhaft gebaggert wird wohl erst im August, hieß es auf Anfrage am Donnerstag. Dann soll das belgische Baggerschiff wiederkommen.

Von Frank Behling/RND/KN

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