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Deutschland / Welt Russland darf keine Metallkäfige im Gericht verwenden
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Russland darf keine Metallkäfige im Gericht verwenden
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14:28 17.07.2014
Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte verurteilte Russland, an zwei Männer ein Schmerzensgeld in Höhe von jeweils 10.000 Euro zu zahlen. Quelle: dpa
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Straßburg

Er verurteilte Russland, an zwei Männer ein Schmerzensgeld in Höhe von jeweils 10.000 Euro zu zahlen. (AZ: 32541/08 und 43441/08) Die Beschwerdeführer wurden 2002 und 2003 von der Staatsanwaltschaft unter anderem wegen Bandenmitgliedschaft und wegen Raubes angeklagt. Während der Verhandlungen vor Gericht wurden sie in 1,5 mal 2,5 Meter große Metallkäfige gesperrt, links und rechts bewacht von bewaffneten Beamten.

Die Beschuldigten fühlten sich erniedrigt. Diese Behandlung verstoße gegen die Europäische Menschenrechtskonvention. Außerdem habe ihr Verfahren viel zu lange gedauert: bis zu sechs Jahren und zehn Monaten, betonten die Kläger. Die russische Regierung hielt das Einsperren von Angeklagten in Metallkäfigen für notwendig. Schließlich müsse die Sicherheit während der Verhandlung gewährleistet werden. Der EGMR stellte nun klar, dass diese Praxis gegen die Menschenwürde verstößt.

Für eine solche Behandlung gebe es keine Rechtfertigung. Sie sei für die Sicherheit während einer Gerichtsverhandlung auch nicht erforderlich. Die Metallkäfige seien nicht vereinbar mit den Standards "zivilisierten Verhaltens" einer demokratischen Gesellschaft, urteilten die Richter.

epd

17.07.2014
17.07.2014