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Deutschland / Welt Internationale Forscher widersprechen deutschen Lungenärzten
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17:03 27.01.2019
Baden-Württemberg, Stuttgart: Autos fahren an der Luftmessstation am Neckartor vorbei. Quelle: Bernd Weissbrod/dpa
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Berlin

Internationale Spezialisten haben sich gegen die Stellungnahme einer Gruppe deutscher Lungenärzte ausgesprochen, die den Nutzen von Stickoxid- und Feinstaub-Grenzwerten infrage gestellt hatte. Das berichtet „Faz.net“. Die Ärzte um Dieter Köhler, den ehemaligen Präsidenten der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP), sehen keine wissenschaftliche Begründung, die die geltenden Werte rechtfertigen würden. Es sind hundert von viertausend Mitgliedern der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie, also eine Minderheit von Lungenärzten. Die Grenzwerte sind Grundlage für Dieselfahrverbote in einigen deutschen Städten. Verunsicherung über die Faktenlage war die Folge.

Der klinische Lungenarzt Tobias Welte von der Medizinischen Hochschule Hannover, derzeit Präsident der europäischen Pneumologen-Gesellschaft, hat nun als Antwort auf den Vorstoß mit 14 Repräsentanten des International Forum of Respiratory Societies FIRS, dem weltweiten Zusammenschluss der führenden Gesellschaften für Lungengesundheit mit mehr als 70.000 Mitgliedern, eine Stellungnahme ausgearbeitet, das die Zeitung dokumentiert.

Demnach stimmt das Forum den „nationalen deutschen Standards, den europäischen Standards und denen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zu und widerspricht damit der Gruppe der deutschen Lungenfachärzte, die sich für eine Aufweichung der Grenzwerte ausgesprochen hatten. Nach Angaben der WHO ist die Schadstoffbelastung der Luft für 4,2 Millionen jährliche Todesfälle verantwortlich.“

„Akute Effekte zeigen den sichtbarsten Effekt“

Weiter schreiben die Autoren: „Obwohl die Lunge am stärksten von der Luftverschmutzung betroffen ist, werden durch diese auch andere Organsysteme geschädigt und chronische Erkrankungen verschlechtert. Akute Effekte zeigen den sichtbarsten Effekt, Langzeitexposition erzeugt hingegen chronische Veränderungen, die langfristig tödlich sein können: Krebs, Herzkrankheiten, Schädigungen des Neugeborenen und Demenz sind mit Luftverschmutzung assoziiert, dafür sind vor allem Partikel mit einem Durchmesser unter 2,5 Mikrometern (PM2,5) und andere Dieselabgase verantwortlich.“

Lesen Sie auch: Faktencheck: Stellen sich die Lungenärzte gegen Stickoxid-Grenzwerte?

Auch in Deutschland regt sich Widerstand. Laut Online-Umfrage des Lungenärzte-Verbandes BdP sehen mehr als drei Viertel der antwortenden Mitglieder in Stickoxiden einen Marker für schlechte Luft, der stellvertretend auch für die übrigen, oft wesentlich gefährlicheren Schadstoffe stehe. Ein Großteil der Befragten sei der Ansicht, dass eine Diskussion über die Methodik von Studien nicht zu einer Bagatellisierung der Auswirkungen von Luftverschmutzung führen dürfe, teilte der Bundesverband der Pneumologen, Schlaf- und Beatmungsmediziner mit. Vielmehr müsse die umstrittene Beweislage zu verbesserten Beweisen führen.

Jeder müsse ein Recht auf möglichst schadstoffarme Luft haben - schließlich sei ein freiwilliger Verzicht anders als etwa bei Zigaretten nicht möglich, hieß es vom BdP. „Verstörend ist es, wenn Ärzte nicht eindeutig für saubere Luft für Patienten und Gesunde eintreten.“

Stickstoffdioxid und Feinstaub

Unter Feinstaub werden kleinste, nicht sichtbare Schwebeteilchen in der Luft bezeichnet. Sie können aus der Natur stammen wie auch von Menschen. Feinstaubbelastungen der Luft entstehen durch Boden- und Oberflächenerosionen, Sporen, Pflanzenpollen oder auch Vulkanausbrüche und Waldbrände. Tierhaltung in der Landwirtschaft verursacht ebenso Feinstaub wie Holzheizungen oder offene Kamine.

Stickstoffdioxide (oder Stickoxide) heißen die zahlreichen gasförmigen Oxide des Stickstoffs. Eine der Hauptquellen für Stickoxide in der Atmosphäre sind durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe, wie beispielsweise Kohle oder Öl, entstehenden Abgase. Aber auch Blitze tragen erheblich zur Erzeugung von Stickoxiden in der Atmosphäre bei, haben Wissenschaftler nachgewiesen.

Von RND/dpa/ngo

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