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Deutschland / Welt Fraktionsvorsitz: Amira Ali will Wagenknecht-Nachfolgerin werden
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15:45 03.11.2019
Linken-Politikerin Amira Mohamed Ali während einer Sitzung im Bundestag. Quelle: imago images/Christian Spicker
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Berlin

Die niedersächsische Abgeordnete Amira Mohamed Ali bewirbt sich offiziell um den Vorsitz der Linksfraktion im Bundestag. Das ergibt sich aus einem Brief Alis an die Fraktionsmitglieder von diesem Sonntag, der dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) vorliegt.

„Ich habe mich dazu entschieden, bei unserer Fraktionsvorstandswahl am 12. November für den Fraktionsvorsitz zu kandidieren“, heißt es darin. „Die Fraktion und die Partei befinden sich in einer herausfordernden Situation. In diesen Zeiten des unsäglichen Rechtsrucks, des wachsenden Antisemitismus und Rassismus, ist es mir sehr wichtig, dass wir deutlich machen, auf welcher Seite wir stehen. Das ist ein zentraler Grund für mich, in der Linken zu sein.“ Zudem ist die 39-Jährige nach eigenen Worten der Meinung, dass Menschen, die wie sie die Erfahrung von Rassismus „persönlich machen und die Fähigkeiten dazu mitbringen, politische Führungsverantwortung zu übernehmen, dies auch tun sollten“.

"Große Erfahrung mit schwierigen Verhandlungssituationen"

Weiter heißt es in dem Brief: „Ich habe große Erfahrung mit schwierigen Verhandlungssituationen. Ich weiß, wie wichtig ein funktionierendes Team für den Erfolg ist. Unsere Fraktion kann viel mehr erreichen, wenn wir gemeinsam unser Potential ausschöpfen, wenn wir mehr und konsequenter miteinander arbeiten, statt uns gegenseitig zu hemmen. Diese Zusammenarbeit zu fördern, sehe ich als zentrale Aufgabe für den Fraktionsvorsitz. Dafür möchte ich mich mit ganzer Kraft einsetzen.“

Ali wurde in Hamburg geboren wurde, lebt seit langem in Oldenburg, ist Rechtsanwältin und gehört erst seit 2017 dem Bundestag an; sie wird dem linken Flügel der Partei zugerechnet und gilt als umgänglich. Vorher hatte bereits die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Caren Lay ihre Kandidatur für den Vorsitz erklärt. Die Nachfolgerin Sahra Wagenknechts, die nicht erneut antritt, soll am 12. November gekürt werden. Die Wiederwahl des Co-Vorsitzenden Dietmar Bartsch gilt als sicher.

Die Wahl von Wagenknecht und Bartsch in der chronisch zerstrittenen Fraktion basierte auf einem Bündnis aus den Reformern unter Bartsch und dem linken Flügel unter Wagenknecht – unter Ausschluss einer dritten Gruppe namens „Mittelerde“. Als ausschlaggebend für den Ausgang der kommenden Fraktionsvorsitzenden-Wahl gilt, ob das Bündnis aus Reformern und linkem Flügel bestehen bleibt oder ob sich die Reformer daraus lösen. Nur in diesem Fall hätte Lay, langjährige Vertraute der Parteivorsitzenden Katja Kipping, wohl eine Chance.

Von Markus Decker/RND

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