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Deutschland / Welt Frankreichs Außenministerin Alliot-Marie tritt zurück
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20:27 27.02.2011
Frankreichs Außenministerin Michèle Alliot-Marie tritt zurück. Quelle: dpa (Archiv)
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Frankreichs Außenministerin Michèle Alliot-Marie hat am Sonntag nach nur rund 100 Tagen im Amt ihren Rücktritt erklärt. Das gab der TV-Sender BFM bekannt. Der Schritt war vor einer Regierungsumbildung erwartet worden. Präsident Nicolas Sarkozy wollte sich dazu um 20.00 Uhr in einer TV-Ansprache äußern. Als Alliot-Maries Nachfolger galt der bisherige Verteidigungsminister Alain Juppé.

Nach inoffiziellen Angaben aus Regierungskreisen sollte bei der Umbildung auch der bisherige Innenminister Brice Hortefeux abgelöst werden. Er sollte sein Amt mit Sarkozys bisherigem Generaldirektor Claude Guéant tauschen, der wesentlichen Anteil an der Bestimmung der französischen Außenpolitik hatte.

Die durch eine Affäre belastete Karriere-Politikerin Alliot-Marie (64) stand seit 2002 ununterbrochen an der Spitze diverser Ministerien und galt als überaus kompetent. Nach den Ressorts Verteidigung, Inneres und Justiz übernahm sie bei der letzten Regierungsumbildung Mitte November das Außenamt.

Zu Beginn der Revolution in Tunesien rutschte sie im Januar in eine Glaubwürdigkeitskrise und wurde dadurch zur Belastung der Regierung Sarkozy. Während einer Tunesien-Urlaubsreise ließ sie sich von einem Geschäftsmann freihalten, der dem Clan des bald darauf gestürzten Diktators Zine el Abidine Ben Ali nahestand. So ließ sie sich in dessen Privatjet fliegen. Zudem bot die Politikerin mit dem korrekt-strengen Auftreten der bedrängten tunesischen Führung damals Polizeihilfe an.

Die langjährige Weggefährtin des früheren Präsidenten Jacques Chirac ist liiert mit Patrick Ollier, der im Kabinett als Minister für die Beziehungen zum Parlament zuständig ist. Obwohl er für den Fall eines Rücktritts von Alliot-Marie seinen eigenen Rückzug in Aussicht stellte, wurde nach Medienangaben davon ausgegangen, dass er
seinen Posten behält.

dpa

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