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Deutschland / Welt „Frau Merkel, fühlen Sie sich als Ossi?“
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22:52 30.04.2019
Bundeskanzlerin Angela Merkel findet, es sei nun mal eine Tatsache, dass sie ein Ossi sei. Quelle: Kay Nietfeld/dpa
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Schwedt

Das Thema setzt eine Geschichtsstudentin: Sie sei im Jahr 2000 im brandenburgischen Schwedt geboren, als Tochter von Eltern aus Nordrhein-Westfalen. „Bin ich nun Ossi oder Wessi?“, fragt die junge Frau Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bei einem Bürgerdialog der Regierung in Schwedt. „Wie sie es fühlen“, antwortet Merkel. Man könne verschiedene Heimatgefühle haben und sei ihrer Meinung nach nicht nur dann zum Beispiel Uckermärker, wenn man dort schon in der vierten Generation wohne.

Der Moderator hakt nach: Was die Kanzlerin selbst denke, wenn sie als Ossi bezeichnet werde, will er wissen. „Das ist eine absolut wahre Beschreibung“, antwortet Merkel nüchtern. Was das für ein Gefühl sei? „Na, schön“, sagt Merkel. „Ich habe nichts zu verleugnen. Aber ich fühle mich auch nicht höherwertig.“ Es sei ja auch nicht so schlecht, deutsche Bundeskanzlerin werden zu können, wenn man aus der DDR komme. Merkel wurde in Hamburg geboren, wuchs aber im brandenburgischen Templin auf, wo ihr Vater eine Pfarrerstelle angenommen hatte.

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In Sachsen studiert, aber keine Sächsin

Sie trage ihre Biografie „nicht wie eine Monstranz vor sich her“, sagte Merkel. Und dann wird sie etwas harsch: „Wenn mir jemand sagt, ich hätte was versäumt, würde ich ihn zurechtweisen.“

Und dann wird sie im Zugehörigkeitsgefühl doch noch etwas präziser: „Ich bin erstmal Brandenburgerin“, sagt sie. Sie habe zwar in Sachsen studiert, „aber ich würde mich nie als Sächsin bezeichnen“. Und als Brandenburgerin fühle sie sich eher den Schleswig-Holsteinern verwandt als den Thüringern. Klar sei aber, dass ostdeutsche Bundesländer unübersehbare Gemeinsamkeiten hätten, etwa das geringe zu vererbende Vermögen. Auch sei die Steuerkraft geringer als in Westdeutschland.

Die Studentin aus Schwedt antwortet auch noch auf Merkels Frage, als was sie sich eigentlich fühle: „Ich würde sagen, dass ich Schwedterin bin“, sagt die Studentin nach kurzem Nachdenken. „Na bitte“, sagt Merkel.

Von Daniela Vates/RND

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