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Deutschland / Welt Frauenfeindlichkeit wird nach Rückzug von Andrea Nahles zum Thema
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Frauenfeindlichkeit wird nach Rückzug von Andrea Nahles zum Thema
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15:22 02.06.2019
Andrea Nahles, Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, äußert sich zu Beginn der zweitägigen Klausurtagung der SPD-Bundestagsfraktion im Deutschen Bundestag. Nun hat sie ihren Rücktritt bekannt gegeben. Quelle: Bernd von Jutrczenka/dpa
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Berlin

Sie war die erste Frau an der Spitze der SPD: Andrea Nahles hat nach 13 Monaten auf dem Posten ihren Rückzug als Parteichefin und Fraktionsvorsitzende bekannt gegeben. Auch ihr Bundestagsmandat möchte sie abgeben.

Der Umgang mit ihr und dass sie als Frau hinschmeißt, wird im Zuge ihres Rückzugs diskutiert. In ihrer Rücktrittserklärung schrieb sie selbst, dass sie die SPD nach der Bundestagswahl 2017 in schlechtem Zustand übernommen habe.

Verfolgen Sie hier den News-Blog zu den Entwicklungen nach dem Rückzug von Andrea Nahles

Für Fraktionsvize Karl Lauterbach brachte das Thema Frauenfeindlichkeit ins Gespräch: „Da hat auch Frauenfeindlichkeit eine Rolle gespielt“, sagte Lauterbach der Welt. In der SPD müsse man sich nun überlegen, in welchem Stil man in Zukunft miteinander umgehen wolle. „Wir müssen darüber nachdenken, ob wir mit diesem Umgang tatsächlich Vorbild sein können.“

Andrea Nahles tritt als Partei- und Fraktionsvorsitzende der SPD zurück. In diese Reihe von ehemaligen Vorsitzenden der Sozialdemokraten reiht sich Nahles nun ein. Ein Überblick:

Der Gesundheitsexperte warnte in der „Welt“ zugleich vor Schnellschüssen. „Wir dürfen jetzt nicht nach dem Motto verfahren: Der Nächste bitte!“ Deshalb sei es angebracht, „wenn die Fraktion und die Partei erst einmal kommissarisch weitergeleitet werden“.

Der stellvertretende SPD-Vorsitzende Ralf Stegner kritisierte das Miteinander in der Partei: „Der Umgangsstil innerhalb der SPD in den letzten Tagen und Wochen war überhaupt nicht vom sozialdemokratischen Grundwert der Solidarität geprägt“, erklärte Stegner.

Feministische Solidaritätsbekundungen

Auf Twitter gibt es zahlreiche Solidaritätsbekundungen mit Nahles. Kolumnistin, Feministin und Buchautorin Sophie Paßmann schrieb dazu: „Ich habe die Befürchtung, die feministischen Solidaritätsbekundigungen mit Nahles kommen jetzt einen Ticken zu spät.“

Der frühere Bundestagspräsident Wolfgang Thierse hatte bereits am Samstag gewarnt, Andrea Nahles zu stürzen. „Nachdem die SPD in ihrer großen und langen Geschichte mit Andrea Nahles zum ersten Mal eine Frau an ihre Spitze gewählt hat – welches Zeichen ist es, wenn diese Frau nach einem Jahr wieder gestürzt wird“, schrieb Thierse dem „Tagespiegel“ zufolge in einem Appell an die SPD-Abgeordneten.

„Wer als Partei glaubwürdig für eine Politik der Solidarität eintreten will, der muss selbst Solidarität vorleben – sonst betreibt er Selbstzerstörung unserer Partei.“ Die existenzbedrohliche Situation der SPD zu personalisieren, sei der bequeme Weg. Thierse forderte stattdessen, den „Identitätskern der SPD“ wieder sichtbar zu machen.

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