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Deutschland / Welt „Freut euch!“
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13:41 23.09.2013
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Berlin

Es ist 21.20 Uhr, als die CDU-Spitzen nichts mehr halten kann. Generalsekretär Hermann Gröhe reckt die Fäuste, Partei- Vize Ursula von der Leyen tänzelt auf der Bühne und Fraktionschef Volker Kauder röhrt die Siegerhymne „An Tagen wie diesen“ ins Mikrofon. Dazwischen steht Angela Merkel und klatscht ein bisschen zögerlich mit. „Freut Euch!“, ruft die Kanzlerin am Sonntagabend ins überfüllte Atrium der CDU-Zentrale. „Heute wird gefeiert, ab morgen wieder gearbeitet.“ Da schallt laut „Übermorgen, übermorgen!“ zurück.

Triumphierende Gesten mag Merkel selbst im Moment ihres wohl größten Sieges nicht zeigen. Sie bleibt sich treu und verschränkt die Hände lieber zu der inzwischen typischen Merkel-Raute. Dabei hat die Union den Hochrechnungen zufolge erstmals seit Jahren wieder die magische 40-Prozent-Marke geknackt. Vor der Bühne stimmen Mitglieder „Angie, Angie!“- Rufe an, manche tragen eigens verteilte orangefarbene T-Shirts mit dem Aufdruck „WIR bleiben Kanzlerin!“

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Zum Mitfeiern bittet Merkel den 83 Jahre alten Ex-Generalsekretär Heiner Geißler auf die Bühne. Und dann kapern die siegestrunkenen Christdemokraten auch noch den Schlager „Schachmatt durch die Dame im Spiel“ von Roland Kaiser - der Sänger hatte im Wahlkampf Merkels SPD-Rivalen Peer Steinbrück unterstützt.

Heute feiern – morgen arbeiten

Nach der Freude am Wahlabend ist es nun an Merkel, einen Koalitionspartner zu finden. Die Union will nach ihrem Bundestags-Wahlsieg Kontakt zu möglichen künftigen Regierungspartnern aufnehmen. "Wir sind offen für Gespräche", sagte Merkel nach Sitzungen der CDU-Spitzengremien am Montag in Berlin. Mit SPD-Chef Sigmar Gabriel habe sie bereits "einen ersten Kontakt" gehabt.

Dieser habe aber verständlicherweise darum gebeten, dass die SPD erst ihren Konvent an diesem Freitag abhalten wolle. Auf die Frage, ob sie auch zu den Grünen Kontakt aufnehmen wolle, sagte die CDU-Chefin nur: "Das schließt weitere Kontakte nicht aus." Merkel dankte dem bisherigen Koalitionspartner FDP. Sie bedauere, dass die Liberalen knapp den Einzug in den Bundestag verpasst haben.

dpa

23.09.2013
23.09.2013