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Deutschland / Welt „Fridays for Future“: Junge Liberale kritisieren FDP-Chef Lindner
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14:01 26.07.2019
Parteiintern in der Kritik: FDP-Chef Christian Lindner hier im Sommerinterview der ARD. Quelle: Paul Zinken/dpa
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Berlin

FDP-Chef Christian Lindner muss sich innerparteilicher Kritik stellen: Die Jungen Liberalen haben die Parteispitze aufgefordert, das Verhältnis der FDP zu den ­Aktivisten von „Fridays for Future“ zu verbessern. „Wir erwarten von Freien Demokraten auf allen Ebenen einen empathischen Umgang mit gesellschaftlichen Bewegungen“, heißt es in einem Strategiepapier des erweiterten Bundesvorstands, das dem Spiegel vorliegt.

FDP-Chef Lindner hatte die „Fridays for Future“-Aktivisten mit dem Satz brüskiert, Klimapolitik sei eine Sache für Profis. „Gerade junge Menschen erwarten dabei einen politischen Stil, der auf persönliche Angriffe und Negative Campaigning verzichtet“, so die Verfasser. Dazu sei auch eine klarere Positionierung in der Klimapolitik notwendig. Der Juli-Vorstand fordert ein „Treibhauslimit“, das mit „handelbaren Klimascheinen“ erreicht werden solle.

Das Papier geht auch auf das Europawahlergebnis der FDP von 5,4 Prozent, das deutlich unter den von Lindner selbst vorgegebenen Zielen lag. „Dem Anspruch einer empathischen Zukunftspartei sind die Freien Demokraten im ­Europawahlkampf 2019 nicht gerecht geworden“, schreiben die Verfasser.

Nicht nur Kritik von den Jungen Liberalen

„Wenn die FDP in der Klimapolitik souveräner und optimistischer aufgetreten wäre, hätten wir bei jungen Wählern noch mehr gepunktet“, sagte die Juli-Vorsitzende Ria Schröder dem „Spiegel“.FDP-Generalsekretärin Linda Teuteberg nannte das Papier einen konstruktiven Beitrag. „Wir ­haben Verbesserungspotenzial ausgemacht und werden weiter daran arbeiten“, sagte ­Teuteberg.

Nicht nur die Jugendorganisation der FDP sieht bei den Liberalen Luft nach oben. „Mich treibt die Sorge um, dass wir zu eindimensional wahrgenommen werden“, hatte die frühere Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger kürzlich dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) gesagt. „Die FDP hat nur dann ihren Platz im Parteiensystem, wenn sie erkennbar für Wirtschaftsthemen genauso wie für Bürgerrechte steht“, fügte sie hinzu. Auch bei Themen wie dem Klima müsse die FDP eigene Antworten liefern.

„Ein Vorsitzender kann nicht alles allein“, sagte Leutheusser-Schnarrenberger. Und setzte hinzu: „Ich freue mich, dass jetzt auch andere nach vorn drängen und sich mit wachsendem Selbstbewusstsein ihren Weg bahnen: Konstantin Kuhle in Sachen Bürgerrechte und Lukas Köhler in Sachen Klima zum Beispiel.“ So werde die Partei öffentlich breiter wahrgenommen. „Das tut der FDP gut.“

Lesen Sie auch: Die Allmacht von FDP-Chef Christian Lindner bröckelt

Von RND/pet

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