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Deutschland / Welt Früherer Sobibor-Insasse setzt große Hoffnungen in Demjanjuk-Prozess
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14:46 28.11.2009
Setzt große Erwartungen in das Verfahren gegen den mutmaßlichen Kriegsverbrecher John Demjanjuk: Jules Schelvis, früherer Insasse des NS-Vernichtungslagers Sobibor. Quelle: AFP
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„Gerechtigkeit, das ist das Wort, das auch noch nach so vielen Jahren in meinem Kopf herumschwirrt“, sagte der 88-jährige Niederländer in seiner Heimatstadt Amstelveen. Schelvis, einer der rund 30 Zivilkläger in dem Prozess vor dem Münchner Landgericht, sieht keinen Grund, Demjanjuk wegen seines Alters und seiner Gesundheit eine Haft zu ersparen. „Warum sollte Demjanjuk verschont werden?“, sagte er. Sein in Sobibor getöteter Großvater sei auch ein alter Mann gewesen und habe keine Milde erfahren.

Die Nazis hatten den damals 22-jährigen Schelvis im Juni 1943 mit seiner Frau Rachel von den Niederlanden nach Sobibor im heutigen Polen gebracht. Die Zugfahrt habe vier Tage gedauert, rund 3000 Juden seien in 50 Tierwaggons eingepfercht gewesen. Nach der Ankunft seien sie von ukrainischen Wächtern mit Waffen und Peitschen bewacht worden, dann habe ein SS-Mann arbeitsfähige Männer von Frauen, Kindern und Alten getrennt. Während seine Frau in den Gaskammern ermordet wurde, kam Schelvis in ein Arbeitslager. Die Zeit bis zum Ende des Krieges wurde er in mehreren Konzentrationslagern festgehalten, ehe er am 8. April 1945 von französischen Soldaten befreit wurde.

Demjanjuk soll 1943 Wachmann im Vernichtungslager Sobibor im heutigen Polen gewesen und der Beihilfe zum Mord an 27.900 Juden schuldig sein. Der heute 89-jährige gebürtige Ukrainer soll aber nicht als SS-Mann, sondern als sowjetischer Kriegsgefangener zu den Wachmannschaften gehört haben.

AFP

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