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Deutschland / Welt Sieben Jahre nach Affäre: Früherer Wulff-Vertrauter David Groenewold gestorben
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Sieben Jahre nach Affäre: Früherer Wulff-Vertrauter David Groenewold gestorben
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17:03 09.07.2019
Anfang Juli im Alter von 46 Jahren gestorben: der Filmproduzent David Groenewold. Quelle: Julian Stratenschulte/dpa
Berlin

Der Filmproduzent David Groenewold ist tot. Der Produzent von sehr bekannten und erfolgreichen Filmen wie „Elementarteilchen“, „Die Welle“, „Kirschblüten –Hanami“ und „Der Wixxer“ starb Anfang Juli im Alter von 46 Jahren. Nähere Angaben zu Zeitpunkt oder Ursache machte der Rechtsanwalt Christian-Oliver Moser als Vertreter der Familie nicht.

Wie die „Bild“-Zeitung seinerzeit berichtete, habe Groenewold, dessen Vater bereits Filme produzierte, im Herbst 2015 einen Schlaganfall erlitten. Zudem sei offenbar eine Autoimmunkrankheit festgestellt worden.

Verdacht: Leistung und Gegenleistung

Groenewold war mit dem früheren niedersächsischen Ministerpräsidenten und späteren Bundespräsidenten Christian Wulff befreundet und eine der zentralen Figuren im Kontext seines Rücktritts als Staatsoberhaupt. Die Staatsanwaltschaft ermittelte seinerzeit gegen Wulff und Groenewold und legte Wulff zur Last, als niedersächsischer Ministerpräsident Vorteile von Groenewold angenommen zu haben.

Groenewold hatte Wulff und seine Frau Bettina 2008 zu einem Oktoberfestbesuch eingeladen und auch einen Teil der Übernachtungskosten übernommen. Wulff warb später für eines von Groenewolds Filmprojekten bei Siemens. Das wirkte nach außen wie Leistung und Gegenleistung.

Freispruch und Entschädigung

Und es mündete 2013 in eine Anklage der Staatsanwaltschaft beim Landgericht Hannover wegen Bestechung und Bestechlichkeit. Das Gericht ließ eine Anklage wegen Vorteilsgewährung und Vorteilsannahme zu. In dem Verfahren wurden sowohl Wulff als auch Groenewold frei gesprochen. Wulff wurde zudem eine Entschädigung zugesprochen.

Doch allein die Ermittlungen gegen einen amtierenden Bundespräsidenten lösten den Rücktritt am 17. Februar 2012 nach 598 Tagen Amtszeit aus. Wulff bezeichnete sich später als Opfer einer übereifrigen Justiz.

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Details zum damaligen Urteil

Um Groenewold - der in Berlin geboren wurde, in der berühmten Internatsschule Salem Abitur machte, später in London Politikwissenschaft und VWL studierte und sich während der Affäre mit öffentlichen Äußerungen zurückhielt - wurde es nachher rasch wieder still.

Der letzte bekannte Film, den er produzierte, war 2012 im Jahr der beginnenden Ermittlungen „Zettl“. Der Schlaganfall und der frühe Tod folgten wenige Jahre darauf.

Richtigstellung der Redaktion

In einer früheren Version hieß es, dass Bundespräsident a.D. Christian Wulff zwar vom Vorwurf der Vorteilsgewährung und Vorteilsannahme frei gesprochen worden war, jedoch eine Verwarnung wegen einer falschen eidesstattlichen Versicherung erhalten hätte. Das war falsch, es gab keine Verwarnung. Wir haben das korrigiert und bitten um Entschuldigung.

Von RND/dpa/mdc

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