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Deutschland / Welt G 8 im Zeichen des Klimaschutzes
Nachrichten Politik Deutschland / Welt G 8 im Zeichen des Klimaschutzes
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10:13 08.07.2009
Von Stefan Koch
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Wenn sich die Staaten grundsätzlich auf eine Halbierung beim Ausstoß von Treibhausgasen verständigen könnten und wenn für die großen Industrieländer vielleicht ein noch ambitionierteres Ziel formuliert werde, „dann haben wir gewonnen“, sagte Pfaffenbach am Dienstag in Berlin. Er halte es für möglich, die großen Schwellenländer zur Mitwirkung zu bewegen.

Im Detail gibt es zwischen den USA und der EU in der Frage der Reduzierung der Treibhausgasemissionen allerdings weiterhin erhebliche Differenzen. Washington will sich nicht auf mittelfristige Ziele zur CO2-Minderung bis 2020 festlegen. Allerdings hat US-Präsident Barack Obama für den Zeitraum bis 2050 eine Verringerung des Ausstoßes um 80 Prozent in Aussicht gestellt.

Das Treffen der großen Wirtschaftsnationen in L'Aquila unterscheidet sich deutlich von seinen Vorgängerveranstaltungen: Bei ihrer diesjährigen Begegnung werden die Staats- und Regierungschefs der führenden Industriestaaten am heutigen Mittwoch nur noch zum Auftakt einen halben Tag unter sich bleiben. Am Donnerstag und Freitag setzen sie die Beratungen über Wirtschaftskrise, Klimaschutz und Entwicklungshilfe in erweiterten Kreisen fort. Insgesamt werden 28 Staaten und neun internationale Organisationen vertreten sein. Das ist Rekord. Seit im Jahr 2000 die japanische Präsidentschaft erstmals afrikanische Staaten als Gäste einlud, ist die Teilnehmerzahl bei den G-8-Gipfeln stetig gewachsen.

Als Konkurrenz zu dieser traditionellen Begegnung hat sich die G-20-Runde entwickelt, der vor allem bei der Bewältigung der Finanzmarktkrise eine bedeutende Rolle zukommt. Daran erinnerte am Dienstag in Berlin auch Kanzlerin Angela Merkel. Die G 8 seien bei ihrer Gründung während der Ölkrise in den siebziger Jahren repräsentativ für die Weltwirtschaft gewesen. „Aber das ist heute sicher so nicht mehr der Fall.“ Aus ihrer Sicht werde das Format der G?8 künftig unter dem Dach der G 20 existieren. „Ich glaube, dass der wesentliche Pfad hin zu den G 20 führen wird“, sagte Merkel nach einem Treffen mit dem australischen Premierminister Kevin Rudd. „Ich glaube, dass sich der internationale Zug in diese Richtung entwickelt hat.“ Darüber müsse die Staatengemeinschaft der G 20 auf ihrem Gipfel am 24. und 25. September in Pittsburgh sprechen, schließlich repräsentiere die G 20 rund 85 Prozent der weltweiten Wirtschaftskraft. Gleichwohl setzt Berlin darauf, dass die G 8 nicht vollständig verschwindet. Beratungen von Untergruppierungen werde es auch künftig geben, um die Interessen zu bündeln.

Innerhalb der G 8 wird das etwas lapidarer ausgedrückt: Es können nicht immer diejenigen, die die Schecks ausstellen, mit denen, die sie erhalten, an einem Tisch sitzen.