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Deutschland / Welt G8 mit Russland: Reine Kosmetik
Nachrichten Politik Deutschland / Welt G8 mit Russland: Reine Kosmetik
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16:00 22.08.2019
Tour mit dem Motorrad: Russlands Präsident Wladimir Putin auf der Krim. Quelle: Alexei Druzhinin/Pool Sputnik Kr
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Berlin

Vor dem Gipfeltreffen der sieben größten Industriestaaten am Wochenende im französischen Biarritz wird wieder über Russlands Rolle in der Welt debattiert. Es geht darum, ob Moskau für seine Politik belohnt oder sanktioniert werden soll.

US-Präsident Donald Trump will Russland bedingungslos wieder in die Runde der größten Industrienationen aufnehmen. Es scheint Trump dabei offenbar völlig egal zu sein, dass Russland aus den G8 ausgeschlossen wurde, weil es mit der Annexion der Halbinsel Krim gegen das Völkerrecht verstoßen hat.

Eine Wiederaufnahme Russlands in den elitären Klub der G8 würde alle Kritik an der Annexion obsolet machen. Es ist gut, dass sich wenigstens Emmanuel Macron, Boris Johnson und Angela Merkel einig sind: Russland darf wieder mitmachen, muss aber vorher Bedingungen erfüllen. Da wäre etwa die russische Unterstützung für die Separatisten in der Ostukraine. Machte Wladimir Putin damit nachweisbar Schluss, dann wäre es viel schwerer, seinem Land weiter die Teilnahme an G8-Gipfel zu verwehren.

Trump lenkt nur ab

Abgesehen davon: Wenn aus den G7 wieder die G8 würden, dann wäre das nicht mehr als Kosmetik. Putin scheint es egal zu sein, ob er mit den anderen Mächtigen der Welt an einem Tisch sitzen darf oder nicht. Trump versteht das nicht, oder er tut so, als verstehe er es nicht. Aber auch das ist nicht wichtig und lenkt nur ab.

Ohne Einbindung Russlands werden sich die Krisen und Konflikte auf dieser Welt nur schwer lösen lassen. Doch deswegen zu schweigen über Russlands Vorgehen, das wäre falsch. Wie erfrischend, dass sich der deutsche Außenminister Heiko Maas jetzt mit seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow auf offener Bühne über das Thema Meinungsfreiheit gefetzt hat.

Deswegen wird die russische Regierung ihre Politik nicht umgehend verändern, aber der kräftige Dialog, vulgo: Streit, könnte auf lange Sicht wirkungsmächtiger sein als die Vorschläge des US-Präsidenten.

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Von Damir Fras/RND

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