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Deutschland / Welt Gabriel sieht gute Chancen für Deeskalation
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Gabriel sieht gute Chancen für Deeskalation
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15:44 04.07.2017
Will eine Verschärfung der Katar-Krise verhindern: Außenminister Sigmar Gabriel mit seinem Amtskollegen Abdullah bin Said Al Nahjan aus den Vereinigten Arabischen Emiraten. Quelle: AP
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Abu Dhabi/Doha

In der Katar-Krise sieht Außenminister Sigmar Gabriel gute Chancen, dass der Konflikt nicht weiter eskaliert. „Ich glaube, dass es ausreichend Möglichkeiten gibt, eine Verschärfung der Lage zu verhindern“, sagte der SPD-Politiker am Dienstag nach einem Treffen mit seinem emiratischen Kollegen Abdullah bin Said Al Nahjan in Abu Dhabi.

Zwar gebe es auch die „reale Gefahr“, dass sich der Konflikt weiter hochschaukele. Aber er erkenne Anzeichen, dass es gelungen sei, „Spielräume“ für gemeinsame Ergebnisse zu öffnen. Gabriel setzte in Abu Dhabi seine dreitägige Rundreise durch die Region fort, auf der er sich um Entspannung bemühen will. Später sollte er in Katar eintreffen. Am Mittwoch wird er in Kuwait erwartet, das in der Krise vermittelt.

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Nachbarstaaten werfen Katar Terrorfinanzierung vor

Gabriel bekräftigte seine Forderung nach einem gemeinsamen Vorgehen der Golfstaaten gegen die Terror-Finanzierung. „Wir sehen in einigen Ländern der Region große Fortschritte, in anderen zu wenig.“ Der Außenminister sprach sich dafür aus, internationale Institutionen zu beteiligen. „Ich glaube, das es jetzt sehr darauf angekommen wird, dass auf beiden Seiten dieser Auftrag ernstgenommen wird.“

Saudi-Arabien, Bahrain, die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) und Ägypten hatten vor vier Wochen eine Blockade gegen Katar verhängt. Sie werfen dem kleinen, aber reichen Emirat unter anderem vor, Terrorgruppen zu finanzieren. In einem Forderungskatalog verlangen sie von Katar, seinen TV-Kanal Al-Dschasira zu schließen und die Beziehungen zum schiitischen Iran zurückzufahren. Auch die türkischen Soldaten sollen das Land verlassen. Ein Ultimatum der vier Staaten an Katar läuft in der Nacht zum Mittwoch aus.

Ultimatum läuft aus

Katar hatte am Montag seine Antwort auf die Forderungen an den Vermittler Kuwait übergeben. Die VAE und seine Verbündeten warteten aber noch darauf, diese Reaktion zu erhalten, sagte der emiratische Außenminister Abdullah. Erst wenn sie das Papier beraten hätten, würden sie über weitere Schritte gegen Katar entscheiden. Die Außenminister der vier Staaten treffen sich am Mittwoch in Kairo.

Abdullah beschuldigte Katar erneut, den Kampf gegen den Terror zu untergraben. Er bekräftigte den Vorwurf, das Emirat finanziere Terrorgruppen, biete Extremisten Unterschlupf und verbreite Hassreden. Das müsse gestoppt werden, um den Terror zu zerstören.

Katar kündigt Ausbau der Erdgasförderung an

Inmitten einer diplomatischen Krise mit seinen Nachbarn hat Katar eine Erhöhung der Produktion verflüssigten Erdgases in den kommenden Jahren um 30 Prozent angekündigt. Das Staatsunternehmen Qatar Petroleum gab am Dienstag Pläne bekannt, die Gasförderung eines Projektes zur Ausbeute des unter dem Meer gelegenen Nord-Feldes, das Katar sich mit seinem Nachbarland Iran teilt, zu verdoppeln.

Dadurch würden Katars Produktionskapazitäten von 77 Millionen Tonnen auf 100 Millionen Tonnen verflüssigtes Erdgas pro Jahr steigen, teilte das Unternehmen mit. Die zusätzliche Produktion werde wohl zwischen 2022 und 2024 beginnen können. Katar ist der weltweit größte Produzent verflüssigten Erdgases.

Der Zeitpunkt der Ankündigung erweckt den Eindruck, dass Katar angesichts seines Konflikts mit anderen Ländern der Region fortdauernde wirtschaftliche Stärke demonstrieren möchte. Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Ägypten und Bahrain versuchen, Katar mit verschiedenen Maßnahmen unter Druck zu setzen und haben mehrere Forderungen an das Land gestellt.

Von RND/dpa