Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Deutschland / Welt „Hochgradig beleidigend“: Israels Botschafter meidet Kontakt zu AfD
Nachrichten Politik Deutschland / Welt „Hochgradig beleidigend“: Israels Botschafter meidet Kontakt zu AfD
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:18 12.05.2019
Jeremy Issacharoff, der israelische Botschafter in Berlin. Quelle: Michael Kappeler/dpa
Berlin

Wegen der Haltung der AfD zum Holocaust meidet der israelische Botschafter in Deutschland, Jeremy Issacharoff, nach eigenen Angaben jeden Kontakt zu der Partei. „Mehrere Male hat ihr Führungspersonal Dinge gesagt, die ich als hochgradig beleidigend für Juden, für Israel und für das ganze Thema des Holocaust empfinde“, sagte Issacharoff in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur. Viele Deutsche hätten über die Jahre eine sehr respektvolle Erinnerungskultur entwickelt. „Diese Qualität würde ich der AfD nicht zuschreiben.“

Issacharoff sagte, dass er erst vor einer Woche in der KZ-Gedenkstätte Sachsenhausen bei Berlin der sechs Millionen von den Nazis ermordeten Juden gedacht habe. „Ich finde es sehr schwierig, mir irgendeine Art von Gespräch mit Elementen vorzustellen, die irgendeine Form von Nostalgie für diese Vergangenheit verspüren“, fügte der Botschafter mit Blick auf die AfD hinzu.

„Beunruhigender“ Trend zum Antisemitismus

Issacharoff beklagte sich über einen „beunruhigenden“ Trend zum Antisemitismus in Deutschland. „Jeder muss tun, was er kann, um diesen Trend so weit es geht zu minimieren.“ Die Vergangenheit habe gezeigt, was Antisemitismus anrichten könne. Heute gehe es nicht nur um eine Bedrohung für Juden oder Israelis, sondern um eine substanzielle Bedrohung für Deutschland als eine tolerante und demokratische Gesellschaft.

Problematisches Geschichtsverständnis der AfD

Der Thüringer AfD-Landesvorsitzende Björn Höcke hatte 2017 mit der Forderung nach einer „erinnerungspolitischen Wende um 180 Grad“ eine heftige Debatte ausgelöst. Zuvor hatte Höcke in einer Rede mit Blick auf das Holocaust-Mahnmal in Berlin gesagt: „Wir Deutschen, also unser Volk, sind das einzige Volk der Welt, das sich ein Denkmal der Schande in das Herz seiner Hauptstadt gepflanzt hat.“

Auch AfD-Bundesparteichef Alexander Gauland sorgte mit einer Äußerung zur Nazi-Zeit für Empörung, als er geäußert hatte: „Hitler und die Nazis sind nur ein Vogelschiss in über 1000 Jahren erfolgreicher deutscher Geschichte.“ Gauland hatte seine Äußerung allerdings später als „missdeutbar und damit politisch unklug“ bezeichnet.

Von RND/dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Wie geht es für Familienministerin Franziska Giffey (SPD) weiter? Nach Ansicht von CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer muss die SPD-Politikerin ihr Amt verlassen, wenn sich die Plagiatsvorwürfe bei ihrer Doktorarbeit bestätigen.

12.05.2019

An Ex-Geheimdienstchef Maaßen ist fast die Regierung zerbrochen. Bei seinem Auftritt vor einem konservativen Zirkel der Union kommt er trotzdem gut an. Und warnt vor einer aus seiner Sicht unterschätzten Gefahr.

11.05.2019

In Pakistan haben Bewaffnete Luxushotel gestürmt. Bei dem Angriff ist mindestens ein Mensch ums Leben gekommen, eine Terrorgruppe reklamiert die Tat für sich.

11.05.2019