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Deutschland / Welt Impf-Lücken bei Kleinkindern: Familienministerin Giffey appelliert an Eltern
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Impf-Lücken bei Kleinkindern: Familienministerin Giffey appelliert an Eltern
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14:30 08.08.2019
Bundesfamilienministerin zeigt sich besorgt über die großen Impf-Lücken in Deutschland, auf die eine Barmer-Analyse hinweist. Quelle: imago/Markus Heine
Berlin

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) ist besorgt über die großen Impflücken bei Kleinkindern, auf die eine aktuelle Studie der Barmer Krankenkasse aufmerksam macht. „Kinder müssen besser vor einer Ansteckung geschützt werden – in ihrem eigenen Interesse und dem der Allgemeinheit“, sagte Giffey dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND/Freitag).

„Die Gesundheit und der Schutz der gesamten Bevölkerung setzen hier der individuellen Freiheit Grenzen. Es geht nicht nur um die Verantwortung jedes Einzelnen für sich und seine Kinder, sondern auch um die Verantwortung für andere“, so die SPD-Politikerin weiter. „Die Studie zeigt: Es war richtig, dass die Bundesregierung das Masernschutzgesetz beschlossen hat. Je mehr Menschen gegen Masern geimpft sind, desto geringer ist das Risiko für alle“, sagte Giffey dem RND.

Auch Gesundheitsminister Jens Spahn ist nach den neuen Daten der Barmer Krankenkasse alarmiert. Er sieht sich bei der geplanten Masern-Impfpflicht bestätigt. “Egal, wie man es rechnet, es bleibt dabei: Zu viele Kinder in Deutschland sind unnötig gefährdet, denn zu wenige Kinder sind gegen Masern geimpft”, sagte der CDU-Politiker am Donnerstag. Kein Kind müsse heutzutage mehr an Masern leiden. Auch die Krankenkassen könnten helfen, etwa durch Info-Kampagnen und Kooperationen mit Schulen. “Impfen muss Alltag für alle werden. Denn Impfen rettet Leben”, betonte Spahn.

Impflücken größer als gedacht

Nach einer Analyse der Barmer gibt es größere Impflücken als bisher angenommen. Die Kasse hat unter anderem für rund 45.700 Schulanfänger, die 2017 bei ihr versichert waren, Abrechnungsdaten geprüft. Danach waren bei keiner wichtigen Infektionskrankheit wie Masern, Mumps oder Röteln ausreichend Kinder immunisiert. Die Impfquoten lagen demnach durchweg unter 90 Prozent. Der sogenannte Herdenschutz, mit dem Krankheiten ausgerottet werden können, greift allerdings erst bei einer Impfquote von 95 Prozent.

Nach offiziellen Daten der Schuleingangsuntersuchungen beim Robert-Koch-Institut lag die Impfquote bei der ersten Masernimpfung 2017 bei rund 97 Prozent. Bei der zweiten Masernimpfung waren es fast 93 Prozent. Allerdings hatten rund neun Prozent der Schulanfänger keinen Impfausweis.

Das Bundeskabinett hat ein Gesetz für eine Masern-Impfpflicht auf den Weg gebracht. Ab März 2020 müssen Eltern vor der Aufnahme ihrer Kinder in eine Kita oder Schule nachweisen, dass diese geimpft sind. Die Impfpflicht gilt auch für bestimmte Erwachsene, wie Tagesmütter, Kita-Personal, Lehrer un Beschäftigte im Medizinbereich. Bei Verstößen drohen Bußgelder bis zu 2500 Euro.

RND/cle/cz/dpa

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