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Deutschland / Welt Islamrat fordert nach Schweizer Abstimmung Abbau von Vorurteilen
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15:35 30.11.2009
Das Archivfoto zeigt die größte Moschee Deutschlands in Duisburg-Marxloh. Quelle: afp (Archiv)
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Der Vorsitzende des Islamrates für die Bundesrepublik, Ali Kizilkaya, hat sich „entsetzt“ über die Schweizer Volksabstimmung gegen den Bau von Minaretten geäußert. Dieses Ergebnis beschädige das Ansehen ganz Europas, sagte Kizilkaya am Montag. Er forderte zugleich den neuen Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) auf, sich verstärkt für den Abbau von Vorurteilen gegenüber dem Islam einzusetzen.

Kizilkaya fügte hinzu, er würde zwar in Deutschland kein ähnliches Ergebnis bei einer Volksabstimmung wie in der Schweiz erwarten. Es sei aber wichtig, positive Akzente bei der Integration von Muslimen zu setzen. Er gehe davon aus, dass de Maizière dies auch vorhabe. Wichtig seien mehr „Partizipationsmöglichkeiten“ für Muslime in Deutschland.

Kizilkaya betonte, die Vorurteile gegenüber dem Islam seien in der Bundesrepublik „sehr stark“. Deshalb müsse hier noch viel getan werden. Eine „Schande“ sei zudem das Kopftuchverbot für Lehrerinnen in einigen Bundesländern.

Kizilkaya kritisierte die Reaktion des Vorsitzenden des Bundestags-Innenausschusses, Wolfgang Bosbach (CDU), auf die Schweizer Volksabstimmung. Die Äußerungen des CDU-Politikers könne man „fast als Verständnis“ für das Ergebnis interpretieren.

Bosbach hatte dazu aufgerufen, die Schweizer Entscheidung ernst zu nehmen. Das Ergebnis der Volksabstimmung sei Ausdruck einer auch in Deutschland weit verbreiteten Angst vor der Islamisierung der Gesellschaft.

ddp

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