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Deutschland / Welt Wehrmachts-Uniformen auf Karnevalsplakat: Ort in Sachsen erntet Kritik
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20:27 12.02.2019
Titelseite des Amtsblattes der Gemeinde Jahnsdorf mit umstrittener Zeichnung: „Beginn um 20 Hundert.“ Quelle: Screenshot Gemeinde Jahnsdorf
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Berlin

Jahnsdorf im Erzgebirge hat rund 6000 Einwohner, vier Ortsteile und nun plötzlich bundesweite Bekanntheit. Grund: Der örtliche Karnevalsverein hat mit einem mindestens missverständlichen Motiv für eine Karnevalsfete geworben, die unter dem Motto „Uniformen“ stehen soll.

Auf dem Plakat zu sehen sind unter anderem ein Wehrmachtsoffizier und ein Frontsoldat aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs. Und weil die Gemeinde das Plakatmotiv auf die Titelseite ihres Amtsblattes gedruckt hatte, wehte ihr in den sozialen Netzwerken ein ausgewachsener Shitstorm entgegen.

Bild zeigt Charaktere aus US-Sitcom „Ein Käfig voller Helden“

„#Karneval in #Jahnsdorf (#Erzgebirge) - mir fehlen die Worte“, twitterte etwa der „Tagesspiegel“-Journalist Matthias Meisner.

Auch andere Nutzer in den sozialen Netzwerken zeigen sich irritiert. Die Meldung machte auch deshalb Furore, weil sie alle Klischees über das vermeintlich rechte Sachsen zu bestätigen scheint.

Wieder andere wiesen darauf hin, dass das Plakatmotiv nicht zwingend der Beleg für eine rechtsextreme Gesinnung von Karnevalsverein oder Gemeinde sein müsse, denn das Bild zeigt Charaktere aus der US-Sitcom „Ein Käfig voller Helden“, in der Nazis gerade nicht glorifiziert, sondern als einfältige Trottel dargestellt werden.

Satire, die schief geht

Trotzdem gibt sich die Gemeinde zerknirscht: Bürgermeister Albrecht Spindler sagte dem Berliner „Tagesspiegel, er habe das Motiv zunächst „nicht so kritisch eingeschätzt“. Doch im Rückblick sage er: „Ich habe mich vertan. Ich hätte das untersagen müssen.“

Auch wenn „Ein Käfig voller Helden“ eine Satire sei, sei dieser Zusammenhang nicht klargemacht worden. Zumindest bei einem Teil der Bevölkerung gebe es Empörung, Gefühle seien verletzt worden.

Beim Jahnsdorfer Carnevalsverein führte der Vorgang laut „Tagespiegel“ bereits zu Konsequenzen. Dessen Vorsitzender Holger Greiner soll intern Bedenken gegen das Motiv geäußert haben, konnte sich damit aber offenbar nicht durchsetzen. Er trat Ende Januar zurück.

Von ani/RND

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