Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Deutschland / Welt Julian Assange – vom Wikileaks-Gründer zum Staatsfeind
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Julian Assange – vom Wikileaks-Gründer zum Staatsfeind
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:48 11.04.2019
Julian Assange bei seiner Festnahme. Quelle: Victoria Jones/AP
Berlin

Der australische Aktivist Julian Assange (47), der in London festgenommen wurde, gilt als hauptverantwortlicher Mitbegründer der Enthüllungsplattform Wikileaks. Sie hat sich zur Aufgabe gemacht, unethisches Verhalten von Regierungen, Politikern und Unternehmen aufzudecken und zu veröffentlichen.

Assange gilt bei manchen als selbstgefällig und egoman, von anderen wird er verehrt. Während seines fast siebenjährigen Asyls in der Botschaft von Ecuador bekommt er immer wieder Besuch von Prominenten – wie etwa Pamela Anderson und Lady Gaga. Ein Rückblick.

Juli 2010: Wikileaks veröffentlicht geheime Militärdokumente

Wikileaks wird vor allem mit Veröffentlichungen von geheimen US-Dokumenten aus den Afghanistan- und Irakkriegen bekannt – knapp 400.000 Militärdokumente aus dem Irakkrieg stellt Assange mit seiner Enthüllungsplattform ins Internet. Der Australier sagt, die Papiere würden beweisen, dass die Vereinigten Staaten Kriegsverbrechen begingen. Die damalige Außenministerin Hillary Clinton kritisiert Assange massiv – er fällt in den Vereinigten Staaten als Whistleblower in Ungnade.

Fast sieben Jahre lebte Julian Assange in der ecuadorianischen Botschaft in London, um seiner Festnahme zu entgehen. Nun hat das Land ihn vor die Tür gesetzt - und die britische Polizei schlug umgehend zu. Die USA wollen eine Auslieferung.

August 2010: Assange wird Vergewaltigung vorgeworfen

Schwedische Staatsanwälte erlassen gegen Julian Assange kurz nach den Veröffentlichungen der Militärdokumente Haftbefehl. Wegen Vergewaltigung und sexueller Belästigung in zwei Fällen. Innerhalb weniger Stunden wird der Haftbefehl zwar zurückgezogen, Anfang September eröffnet eine Staatsanwältin allerdings ein neues Verfahren. Assange darf Schweden trotzdem verlassen.

Dezember 2010: Wikileaks-Gründer in London festgenommen

Julian Assange wird Monate nach ersten Vorwürfen von der britischen Polizei festgenommen. Schweden hat erneut einen Haftbefehl gegen den Australier gestellt. Gegen eine Kaution kommt er wieder auf freien Fuß. Assange behauptet immer wieder, die Vorwürfe seien politisch motiviert und eine Rache-Kampagne der USA.

Februar 2011: Assange soll an Schweden ausgeliefert werden

Julian Assange soll Ende 2011 nach Schweden ausgeliefert werden, wo ihm der Prozess wegen der vorgeworfenen Vergewaltigung gemacht werden sollte. Ein Londoner Gericht befindet die Auslieferung für rechtens, Assange geht kurz danach in Berufung. Er erklärt, dass er über Schweden an die USA ausgeliefert werden soll, wo ihm wegen Geheimnisverrats die Todesstrafe drohen würde.

Juni 2012: Wikileaks-Gründer flieht in die Botschaft von Ecuador

Der Einspruch Assanges wird abgelehnt, der Wikileaks-Gründer flieht in London in die ecuadorianische Botschaft und beantragt politisches Asyl. Der Außenminister erkennt Assanges Befürchtungen, dass er an die USA ausgeliefert werden könnte, an.

März 2016: Wikileaks greift in US-Wahlkampf ein

Assange veröffentlicht mithilfe von Wikileaks tausende E-Mails, die den US-Demokraten von Hackern gestohlen wurden. Donald Trump nutzt die Enthüllungen im Wahlkampf gegen seine Gegnerin Hillary Clinton. Kritiker erklären, dass das Portal niemand anderem so viel Aufmerksamkeit schenke wie Clinton. Assange wird vorgeworfen, den politischen Sturz Hillary Clintons geplant zu haben.

April 2019: Assange wird in Botschaft festgenommen

Ecuador entzieht dem Wikileaks-Gründer wegen unhöflichen und aggressiven Verhaltens das politische Asyl, erklärt Ecuadors Präsident Lenín Moreno. Assange soll Fotos, Videos und Aufnahmen privater Gespräche des Präsidenten Moreno veröffentlicht haben. Auch habe Assange internationale Abkommen verletzt. Die britische Polizei nimmt den 47-Jährigen in der Botschaft fest, weil er im Juni 2012 nicht zu einem vereinbarten Gerichtstermin erschienen ist.

Von Tomma Petersen/RND

Kommentare 0 Nutzungsbedingungen
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Er ist der dritte Kandidat der AfD für den Posten des Bundestags-Vizepräsidenten: Gerold Otten. Doch auch er ist bei der Abstimmung im Parlament durchgefallen – 393 Abgeordnete stimmten gegen ihn.

11.04.2019

Der Polizei ist wohl ein Schlag gegen ein rechtsextremes Netzwerk gelungen: Gleich in vier Bundesländern wurden Razzien durchgeführt. Gegen 16 Menschen besteht dringender Tatverdacht. Sie kommen aus dem Hooligan- und Kampfsportmilieu.

11.04.2019

Das Parlament diskutierte über die Frage, ob Krankenkassen Bluttests bezahlen sollen, bei denen Trisomie festgestellt werden kann. 36 Rednerinnen und Redner traten ans Pult. Dabei ging es kontrovers zu, aber sachlich.

11.04.2019