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Deutschland / Welt Zwei Tote und dutzende Verletzte in Tripolis
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Zwei Tote und dutzende Verletzte in Tripolis
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09:43 19.05.2014
In Bengasi und in Tripolis kam es am Wochenende zu Unruhen, bei denen Dutzende verletzt und zwei Menschen getötet wurden. Quelle: dpa (Archiv)
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Tripolis

Auch in der östlichen Stadt Bengasi, wo am Freitag dutzende Menschen getötet worden waren, gab es neue Unruhen. In Tripolis griffen zunächst schwer bewaffnete Männer das Parlament an. Augenzeugen zufolge fuhren die nicht uniformierten Angreifer mit mehreren Fahrzeugen vor dem Gebäude auf. Die Abgeordneten wurden in Sicherheit gebracht. Über dem Gebäude stieg Rauch auf.

Nach Angaben von Zeugen handelte es sich bei den Angreifern um Mitglieder der Sintan-Brigaden. Die Brigaden hatten am bewaffneten Aufstand gegen den langjährigen Machthaber Muammar al-Gaddafi teilgenommen, der im Jahr 2011 mit Unterstützung der Nato gestürzt wurde. Die Sintan-Brigaden kontrollieren Gebiete um den Flughafen von Tripolis. In Richtung des Flughafens zogen sich schließlich auch am Sonntag die Angreifer zurück. Ein Oberst, der nach eigenen Angaben im Namen der Armee des Landes sprach, verkündete eine "Suspendierung" des Parlaments.

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Mochtar Fernana verlas am Sonntag eine Erklärung, was zwei privaten Fernsehsender ausstrahlten. "Wir, Mitglieder der Armee und Revolutionäre, verkünden die Suspendierung des Allgemeinen Nationalkongresses", sagte er. Einer der Sender, die Fernanas Erklärung ausstrahlten, wurde kurze Zeit später mit Raketen angegriffen. Der Sitz von Libya International sei von "mindestens vier Raketen" getroffen worden, sagte ein Journalist, der nicht namentlich genannt werden wollte. Es gebe Sachschäden, Menschen seien aber nicht zu Schaden gekommen. Justizminister al-Marghani erklärte, zwischen den Vorgängen in Tripolis und zuvor in Bengasi gebe es "keine wirkliche Verbindung". In der östlichen Stadt hatte es am Freitag heftige Gefechte zwischen Einheiten des früheren Generals Chalifa Haftar, die von Flugzeugen unterstützt wurden, und radikalen Islamisten gegeben. Dabei wurden 79 Menschen getötet und mehr als 140 weitere verletzt. Am Sonntag griffen Bewaffnete den Luftwaffenstützpunkt Benina in Bengasi mit Raketen an.

Es sei aber niemand verletzt worden, sagte dessen Kommandeur Saad al-Werfalli der Nachrichtenagentur AFP. Die Regierung, das Parlament und die Armee hatten Haftar am Samstag einen Putschversuch vorgeworfen. Über Bengasi wurde eine Flugverbotszone verhängt. Seit dem Sturz Gaddafis wächst in Libyen der Einfluss islamistischer Gruppen, die auch Verbindungen zum Terrornetzwerk Al-Kaida haben sollen. Bengasi ist fast täglich Schauplatz von Gewalt. Auch für den Angriff auf das dortige US-Konsulat am 11. September 2012 macht Washington Islamisten verantwortlich. Dabei wurden der Botschafter Chris Stevens und drei weitere US-Bürger getötet.

afp

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