Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Deutschland / Welt Kim und Putin: So analysieren die sozialen Medien das Gipfeltreffen
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Kim und Putin: So analysieren die sozialen Medien das Gipfeltreffen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:48 25.04.2019
Vor allem die laute Atmung von Kim Jong Un ist wieder Thema in den sozialen Medien. Quelle: Alexei Nikolsky/AP
Wladiwostok

Beim ersten öffentlichen Zusammentreffen des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin hat es manches zu analysieren gegeben: In den sozialen Medien stürzten sich die „Kim-Beobachter“ auf Details der Körpersprache zwischen beiden Männern bei ihrem Fototermin in Wladiwostok.

Zum Topthema avancierte wieder einmal die kaum überhörbare Kurzatmigkeit Kims. Bereits beim Gipfel mit dem südkoreanischen Präsidenten Moon Jae vor einem Jahr war die schwere Atmung des nordkoreanischen Machthabers Thema.

Da saßen die beiden nun freundlich lächelnd in bequemen Sesseln, Kim genauso breitbeinig wie Putin, was im Englischen als „Manspreading“ bezeichnet wird und als männliches Dominanzverhalten gilt.

Das laute Atmen Kims bot per Twitter und anderen sozialen Medien wieder Stoff für Diskussionen über den Gesundheitszustand des nordkoreanischen Machthabers. Bei seinem Gipfel mit Moon im April 2018 war Kim nach einem kurzen Spaziergang außer Atem gewesen, als er sich in ein Gästebuch eintrug.

Südkoreanische Medien waren sich am Donnerstag wieder sicher, das Kims lautes Atmen ein Zeichen schlechter Gesundheit sei. Kim ist übergewichtig und man weiß zudem, dass er ein starker Raucher ist.

Putin und Kim fühlten sich wohl in ihrer Rolle

Beim anschließenden Gespräch mit Putin war Kim wieder bei normalem Atem, beide wirkten beim Handschlag entspannt. Dazu dürfte beigetragen haben, dass Kim und Putin ungefähr gleich groß sind. Bei Kims erstem Gipfel mit dem ihn an körperlicher Größe deutlich überragenden US-Präsidenten Donald Trump war das ganz anders.

Beide stürzten sich in Singapur nahezu mit ausgestreckter Hand aufeinander und versuchten mehrmals beim Handschlag, den anderen mit der freien Hand am Rücken zu berühren - was als Verhalten von „Alpha-Männern“ im Ringen um Dominanz gewertet wurde. Gegenseitigen Blicken wurde nicht ausgewichen, um keine Unterordnung zu signalisieren. Das zweite Treffen Kims mit Trump in Hanoi verlief in der Körpersprache entspannter, der Gipfel scheiterte jedoch.

Zum ersten Mal treffen der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un und Russlands Präsident Wladimir Putin zu einem Einzelgespräch zusammen. Am Mittwochmorgen kam Kim in Wladiwostok an. Bilder seines Aufenthaltes in Russland.

Kims Treffen mit Putin in Wladiwostok wurde als sehr förmlich wahrgenommen. Einige ältere Beobachter verglichen es mit der Begrüßung von Staatsgästen zu sowjetischen Zeiten, also durchaus etwas unterkühlt: Das Lächeln der beiden schien aufgesetzt und eingefroren beim verlängernden Händeschütteln vor den Kameras. Beide schienen sich in ihre Rolle aber wohlzufühlen.

Kim hat sich inzwischen in fast einem Dutzend Gipfeltreffen der Weltöffentlichkeit präsentiert. In seinen Begegnungen mit Moon wurde er vom südkoreanischen Publikum sogar als sympathisch und freundlich wahrgenommen. Bei seinen Begegnungen mit Trump hat er sich erstaunlich selbstbewusst gezeigt, als jemand, der sich nicht unterkriegen lässt.

Weiterlesen:

Wladimir Putin und Kim Jong Un: Diese Ziele verfolgen die Machthaber

Von RND/AP