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Deutschland / Welt Warum die Grünen in der Auto-Republik Deutschland Wahlkampf mit Tempolimits machen
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Warum die Grünen in der Auto-Republik Deutschland Wahlkampf mit Tempolimits machen
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20:34 08.05.2019
Rasen verboten: Je nach Umfragen wünschen sich mal die Hälfte, mal zwei Drittel der Deutschen ein Tempolimit, das der aktuellen „Richtgeschwindigkeit“ von 130 km/h entspricht. Quelle: Patrick Seeger/dpa
Kommentar

 Im Grunde hat FDP-Chef Christian Lindner ja Recht: Für einen Kreuzzug gegen das Auto gibt es keine Mehrheit in Deutschland. Warum starten die Grünen trotzdem ausgerechnet mit dem Ruf nach einem generellen Tempolimit auf deutschen Autobahnen in die heiße Phase des Europawahlkampfs?

Fürchten sie das fiese Image der „Verbotspartei“ etwa nicht mehr – trotz der Abkehr vieler bürgerlicher Wähler, die einst der „Veggie-Day“, der 5-Mark-pro-Liter-Benzin-Beschluss und andere ihrer Öko-Forderungen ausgelöst hatten?

Knappe Mehrheit für Tempolimits

Die Antwort ist einfach: Laut Umfragen befürwortet inzwischen eine knappe Mehrheit der Deutschen ein Autobahn-Limit von 130 km/h. Mehr Klimaschutz will zudem eine große Mehrheit, viele Deutsche nennen ihn heute sogar als ein wahlentscheidendes Thema – vor allem natürlich, und das ist der Clou: die Grünen-Sympathisanten.

Und da es bei Wahlen nicht darum geht, anderen Parteien Wähler abspenstig zu machen, sondern darum, eigene Anhänger an die Wahlurne zu bewegen, ist die vermeintliche Spaßbremsenforderung als Schachzug durchaus clever.

Schäden einer Geschwindigkeitsbegrenzung

Und inhaltlich? Niemand kann bestreiten, dass der Streit ums Tempolimit in Deutschland ähnlich ideologisiert ist wie der um den Waffenbesitz in den USA.

Allerdings müssen seine Gegner eine Frage beantworten: Wenn es wirklich, wie sie sagen, keine verlässlichen Studien über die Senkung von Klimaschäden oder Verkehrstoten durch Tempolimits gibt; wenn autonomes Fahren künftig ohnehin die Raserei abschafft; wenn die Durchschnittsgeschwindigkeit auf Autobahnen ohnehin bei 117 km/h liegt – was spricht dann dagegen, für alle eine Grenze von 130 Stundenkilometern festzuschreiben?

Das würde dann ja nicht schaden – jedenfalls nicht dem durchschnittlichen Autofahrer, der vor allem von der Freiheit träumt, entspannt und ohne Raser, Drängler, Lichthuper und andere Egomanen unterwegs zu sein.

Von Steven Geyer/RND

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