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Deutschland / Welt Die West-Dominanz in den Eliten schadet der Demokratie
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07:00 26.01.2019
Aufschwung Ost? Viele Ostdeutsche empfinden es weiterhin anders. Quelle: Jens Wolf/dpa
Berlin

Zwei Nachrichten zum Ost-West-Verhältnis haben in dieser Woche aufhorchen lassen. Die erste Nachricht lautete, dass alle 25 Präsidentinnen und Präsidenten der obersten Gerichte Ostdeutschlands Westdeutsche sind. Die zweite Nachricht lautete, dass die Skepsis gegenüber der Parlamentarischen Demokratie im Osten immer noch weitaus größer ist als im Westen. Nur, einen Zusammenhang zwischen beiden Nachrichten hat kaum jemand hergestellt. Dabei liegt er so nahe.

Natürlich gibt es für das Fehlen Ostdeutscher an der Spitze der Ost-Justiz Gründe. Ältere Ostjuristen kamen für solche Jobs nach der Wende nicht in Betracht, jüngere Ostjuristen gab es nicht. Und um in Deutschland Gerichtspräsident zu werden, muss man schon ein bisschen alt und grau sein. Warum eigentlich? Ferner ist die Anmerkung zwingend, dass die Kritik an der West-Dominanz in den Ost-Eliten nicht selten die Falschen trifft – West-Menschen, die oft schon in den 1990er-Jahren „rüber machten“ und denen man schlecht vorwerfen kann, dass sie immer noch da sind, in welcher Position auch immer. Nicht wenige waren „Aufbauhelfer“ im besten Sinne und empfinden in der alten Heimat längst mehr Fremdheit als in der neuen.

Der Jammer-Vorwurf ist albern

Gleichwohl ist eine 100-Prozent-West-Quote an der Spitze der obersten Ost-Gerichte 30 Jahre nach dem Mauerfall natürlich vollkommen unannehmbar – zumal es mit den Führungspositionen in Verwaltung, Hochschulen, Medien und der Privatwirtschaft oft ähnlich aussieht.

Die adäquate westdeutsche Reaktion sollte nicht der alberne Jammer-Vorwurf sein, der jetzt wieder ertönt, sondern so etwas wie Scham. Denn das Problem ist ja nicht, dass die Westdeutschen oft oben sind, sondern dass die Ostdeutschen oft nicht nach oben kommen. Das Problem ist überdies, dass viele Westdeutsche kein Gefühl für ihre strukturelle Dominanz haben und diese einfach nicht wahrnehmen wollen. Diese Ignoranz ist vielleicht noch schwer wiegender als die Dominanz selbst.

Klar ist, dass Menschen sich notgedrungen unwohler fühlen in Verhältnissen, die sie nicht in ihrem Sinne – auf Führungspositionen oder andernorts – prägen können. Womit wir bei der Skepsis gegenüber der Demokratie wären. Denn Demokratie bedeutet ja: Teilhabe. Von der gibt es offensichtlich zu wenig.

Von Markus Decker/RND

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