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Deutschland / Welt Frau Nahles und die plappernden alten Herren
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22:39 08.02.2019
Ex-Außenminister Sigmar Gabriel und der frühere Bundeskanzler Gerhard Schröder: ständiges Geplapper. Quelle: dpa
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Berlin

Es gibt eine Menge Gründe, warum es Andreas Nahles bei der SPD derzeit so viel schwerer hat als Annegret Kramp-Karrenbauer bei der CDU. Einer lässt sich mit einem Zahlenspiel veranschaulichen: Mit zehn noch lebenden Amtsvorgängern muss sich die SPD-Chefin herumplagen, bei ihrer Konkurrentin von der CDU sind es gerade mal zwei. Und da Angela Merkel und Annegret Kramp-Karrenbauer ein enges Verhältnis pflegen, ist es eigentlich nur Wolfgang Schäuble der der CDU-Chefin hin und wieder auf den Wecker geht.

Nahles hingegen stehen gleich zehn Männern gegenüber. Nahezu alle haben ein überausgeprägtes Selbstbewusstsein, mindestens die Hälfte ein ebensolches Sendungsbedürfnis.

Nun also wieder Sigmar Gabriel

Bereits vergangenes Wochenende war der frühere Parteichef Sigmar Gabriel für ein Comeback ins Spiel gebracht worden, und zwar – na logisch – von einem früheren Parteichef, in diesem Fall Gerhard Schröder. Der wiederum fühlte sich bei der Gelegenheit gleich bemüßigt, Andrea Nahles praktisch alle Kompetenzen abzusprechen, die nötig sind, ein politisches Spitzenamt auszuüben.

Stillos fanden das viele in der SPD, Gabriel offenbar nicht. Zumindest hielt es ihn nicht davon ab, unter der Woche die Grundrente von Arbeitsminister Hubertus Heil zu loben, und dabei im gleichen Atemzug der früheren Arbeitsministerin Andrea Nahles kräftig einen mitzugeben.

Und nun, während Nahles mit dem Mut der Verzweiflung versucht, die SPD von ihrem Hartz-IV-Trauma zu erlösen, fällt ihrem Vor-vor-Gänger nicht besseres ein, als den Verbleib der Sozialdemokraten in der Großen Koalition in Frage zu stellen. Ausgerechnt er, der die Partei 2013 mit Macht in dieses Bündnis getrieben und auch nach Scheitern von Jamaika Ende 2017 für eine erneute Groko geworben hatte.

Das Dauergeplapper der Herren ist eine schwere Hypothek

Nahles mag sich damit trösten, dass derartige Nackenschläge in der Politik für gewöhnlich dem Angreifer mehr schaden als dem Angegriffenen. Und dass viele Sozialdemokraten das ewige Reinrufen von der Seitenlinie leid sind.

Trotzdem ist das Dauergeplapper der alternden Herren eine schwere Hypothek. Es demonstriert Zerstrittenheit nach außen, wirkt nach innen zersetzend und stört zuverlässig jede inhaltliche Debatte. Wer solche ehemaligen Vorsitzenden hat, braucht keine Feinde mehr. Der Satz gilt für Andrea Nahles genauso wie für die SPD.

Von Andreas Niesmann/RND

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