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Deutschland / Welt Wie das Abitur in Deutschland gerechter werden kann
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19:54 06.05.2019
War das Mathe-Abitur fair? In mehreren Bundesländern meinen viele Schüler: Nein. Quelle: Felix Kästle/dpa
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Berlin

Mathe-Abitur! Darunter haben schon viele Schülergenerationen gelitten. Das Stöhnen, das früher ungehört im Raum verhallte, kann sich im digitalen Zeitalter zu einer beeindruckenden Geräuschkulisse aufbauen: Via Online-Petitionen fordern Schüler jetzt in mehreren Bundesländern, bei der Benotung solle Nachsicht walten – weil die Aufgaben zu schwer gewesen seien.

Was ist zu schwer? In jedem Bundesland kann der Fall anders liegen. Doch wenn sich Tausende Schüler beklagen, dann müssen die Kultusministerien das ernst nehmen. Sie sollten die Aufgaben noch einmal begutachten lassen – am besten mit Hilfe externer Experten. Kommen sie zu dem Ergebnis, dass die Aufgaben verwirrend formuliert waren, was in Einzelfällen sogar Lehrer einräumen, sollte in der Tat großzügiger benotet werden. Wenn die Aufgaben aber fair waren, muss der Notenmaßstab bleiben, wie er ist.

Es gibt Ermessensspielraum

Es ist nicht leicht, die perfekte Abituraufgabe zu stellen. Wenn etwas schief gelaufen sein sollte, dürfen jedenfalls nicht die Schüler darunter leiden: Diesen Grundsatz haben Kultusministerien schon in der Vergangenheit beherzigt – und ihren Ermessensspielraum genutzt.

Die Aufregung ums Abitur ist Jahr für Jahr groß – und das ist mehr als verständlich. Es ist, hart ausgedrückt, ein Vorgang von einer gewissen Brutalität, wenn nach vielen Jahren der Schulzeit am Ende einfach nur eine einzige Zahl übrig bleibt. Eine Zahl, die eine wichtige Rolle bei Studien- und Lebenschancen spielt. Dabei muss es so gerecht wie möglich zugehen.

Abiturprüfungen müssen nicht nur von Jahr zu Jahr vergleichbar sein. Das Ziel muss sein, dass die Abituraufgaben endlich auch bundesweit vergleichbar sind. Mit dem gemeinsamen Aufgabenpool, aus dem sich die Länder bedienen können, ist hier ein Anfang gemacht. Aber noch immer gilt: Jedes Land kann machen, was es will.

Fragen für alle Bundesländer

Die Länder sollten sich besser koordinieren, statt in erster Linie peinlich genau auf ihre Eigenständigkeit zu schauen. Einheitliche Prüfungen wären nur gerecht – aber das geht natürlich nur, wenn die Lehrpläne noch konsequenter angeglichen werden.

Was ist der Kanon an Wissen, den heute tatsächlich noch jeder aus der Schulzeit mitnehmen sollte? Und, noch wichtiger: Welche Fähigkeiten müssen Gymnasien den Schülern vermitteln in Zeiten, in denen sich alles Wissen blitzschnell googeln lässt? Diese Fragen sind so wichtig, dass sie nicht jedes Bundesland für sich beantworten sollte.

Mehr Gemeinsamkeit hätte auch einen günstigen Nebeneffekt: Eltern könnten künftig bei einem Jobwechsel in ein anderes Bundesland ziehen – ohne Angst haben zu müssen, dass ihr Kind in der Schule deswegen sitzen bleibt.

Lesen Sie auch eine umfangreiche Recherche: Ist das Abitur noch etwas wert?

Von Tobias Peter/RND

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