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Deutschland / Welt Leck löst Diskussion um Gefahrenstufe aus
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Leck löst Diskussion um Gefahrenstufe aus
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14:36 21.08.2013
In Fukushima versucht man noch immer, das Leck im ehemaligen AKW zu stopfen. Quelle: dpa
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Tokio

Ein erneutes Leck in der Atomruine Fukushima ist offenbar deutlich schlimmer als von den Behörden bislang angenommen. Wie die Atomaufsichtsbehörde am Mittwoch mitteilte, werde sie mit der Internationalen Atomenergie-Organisation IAEA in Wien darüber beraten, den Vorfall auf Stufe 3 der internationalen Bewertungsskala für nukleare Ereignisse (Ines) anzuheben. Damit würde das Leck als „ernster Zwischenfall“ eingestuft statt wie bislang mit der Stufe 1 („Anomalität“).

Der Atombetreiber Tepco hatte zuvor bekanntgegeben, dass rund 300 Tonnen verstrahlten Kühlwassers aus einem Auffangtank ausgelaufen waren. Das übrige Wasser wurde am Mittwoch umgefüllt.

Unterdessen ist die Zahl von in Fukushima lebenden Kindern mit Schilddrüsenkrebs weiter gestiegen. Wie der japanische Fernsehsender NHK berichtete, wurde bei Untersuchungen bei sechs Kindern, die zum Zeitpunkt des Unfalls vom 11. März 2011 18 Jahre oder jünger waren, Schilddrüsenkrebs diagnostiziert. Damit stieg die Zahl der Krebsfälle unter Kindern auf 18.

Ob jedoch der GAU im Atomkraftwerk Fukushima Daiichi ursächlich für die Krebserkrankungen sei, könne zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht mit Bestimmtheit gesagt werden, erklärte ein Untersuchungskomitee der Präfekturverwaltung von Fukushima, wie der Sender NHK berichtete.

Infolge des Erdbebens und Tsunamis vom 11. März 2011 war das AKW verwüstet worden. Dabei kam es zu Kernschmelzen. Seither pumpen die Reparaturtrupps unentwegt Wasser zur Kühlung in die Reaktoren. Die dabei anfallenden riesigen Mengen verseuchten Wassers werden in Tanks gefüllt, die auf dem Gelände errichtet wurden. Das verseuchte Wasser soll zwar aufbereitet werden, um es erneut zur Kühlung einzusetzen. Erschwerend hinzu kommt aber, dass jeden Tag Hunderte Tonnen Grundwasser in die Reaktorgebäude eindringen und sich mit dem kontaminierten Kühlwasser vermischen. Kürzlich hatte Tepco zugegeben, dass tagtäglich rund 300 Tonnen belastetes Wasser ins Meer sickern.

Das aus einem der Hunderten von Auffangtanks geleckte Wasser enthält laut Tepco unter anderem Strontium, das Wissenschaftler auch als „Knochenkiller“ bezeichnen. Es schädige das Knochenmark und könne Leukämie (Blutkrebs) auslösen. Die Ursache des Lecks war auch am Mittwoch noch ungeklärt.

Tepco hatte der Atombehörde anfangs gemeldet, dass schätzungsweise 120 Liter ausgelaufen seien. Davon ausgehend hatte die Behörde den Zwischenfall mit Stufe 1 eingeordnet.

Einen Tag darauf korrigierte Tepco die Menge ausgetretenen Wassers jedoch deutlich auf 300 Liter. Daher hält die Behörde jetzt eine Gefahrenstufe auf 3 für eher angemessen. Zunächst hatte es auch geheißen, das Wasser sei wohl nicht ins Meer gesickert. Das ist aber nicht sicher. Tepco wurde angewiesen, dies nun genau zu untersuchen.

Die Havarie in dem AKW vom 11. März 2011 selbst war auf der höchsten Stufe 7 („Schwerste Freisetzung“) eingestuft worden - ebenso wie der Atomunfall in Tschernobyl. Die Präfekturverwaltung von Fukushima lässt daher die Schilddrüsen aller in der Region lebenden Kinder, die zum Zeitpunkt des Atomunfalls vom 11. März 2011 im Alter von 18 Jahren oder jünger waren, untersuchen. Das sind etwa 360.000 Kinder. Bis Ende vergangenen Monats wurden davon 210.000 Kinder untersucht. Neben den bisher 18 diagnostizierten Krebsfällen besteht bei 25 Kindern ein „Verdacht“ von Krebs, zehn Kinder mehr als bishe

dpa

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