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Deutschland / Welt Limburg: Die Hintergründe sind unklar – aber nicht für die AfD
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19:18 08.10.2019
Ein Lastwagen ist im hessischen Limburg auf mehrere vor einer roten Ampel vor dem Landgericht stehende Fahrzeuge aufgefahren. Die Hintergründe sind bislang noch unklar, trotzdem wird bereits wild spekuliert. Quelle: Thorsten Wagner/dpa
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Berlin

Auf den ersten Blick spricht tatsächlich vieles dafür, dass der Lkw-Zwischenfall im hessischen Limburg einen islamistischen Hintergrund hatte. Parallelen zum Anschlag in Berlin vor drei Jahren drängen sich auf, als der Tunesier Anis Amri auf dem Breitscheidplatz ein Blutbad anrichtete. Vielleicht wird die These eines Terroranschlages in den nächsten Stunden oder Tagen auch offiziell bestätigt werden – doch bislang ist sie es eben noch nicht.

Solange die Ermittlungen der Polizei nicht abgeschlossen sind, verbieten sich Spekulationen über die Motivlage des mutmaßlichen Täters. Es verbieten sich Vermutungen darüber, die Ermittler hätten einen Maulkorb verpasst bekommen, um die wahren Hintergründe der Tat zu verschleiern. Die Polizei ermittelt noch – und zwar in alle Richtungen. Das sollte genügen, um sich mit voreiligen Schlüssen zurückzuhalten.

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Fakten zählen für die AfD nicht

Die sich selbst bürgerlich nennende AfD blendet das kleine Einmaleins unseres Rechtsstaates aus. Fraktionschefin Alice Weidel spricht von einem Terroranschlag, ohne dass die Fakten auf dem Tisch liegen – und zwar mit voller Absicht. Was zählt, sind Hass und Hetze, um die danach lechzende Klientel zu beglücken. An Tatsachen und Seriosität ist diese Partei im postfaktischen Zeitalter nur bedingt interessiert. Allein dann, wenn eigene Empfindsamkeiten berührt werden.

Wie groß wäre wohl der Aufschrei, sollte es jemand wagen, aus Einzelfällen abzuleiten, die AfD bestehe ausschließlich aus Betrügern, Faschisten und Holocaust-Leugnern? Genau diesem Muster folgt die AfD aber, wenn sie aus einem Lkw-Unfall mit Beteiligung eines Syrers unvermittelt einen Terroranschlag konstruiert, ohne die Ergebnisse der Ermittlungen abzuwarten.

Die AfD misst mit zweierlei Maß. Und genau das sollte man ihr nicht durchgehen lassen.

Von Jörg Köpke/RND

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