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Deutschland / Welt Linke streiten über mögliche Nachfolge für Lafontaine
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22:43 18.11.2009
Von Klaus Wallbaum
Oskar Lafontaine wird am Freitag operiert. Quelle: ddp
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Für sein forsches Auftreten ist Bodo Ramelow bekannt. Was der Fraktionschef der Linkspartei in Thüringen gestern sagte, hat allerdings auch Freunde überrascht. Er selbst könne sich vorstellen, irgendwann Bundesvorsitzender der Partei zu sein, sagte Ramelow in einem Interview. Und dem Amtsinhaber Oskar Lafontaine legte er indirekt den Rücktritt nahe: „Bei einem Lebensalter von 66 Richtung 67 bei Lafontaine muss man sich als Partei auf den Wechsel vorbereiten.“

Die Empörung folgte prompt. „Pietätlos“ sei Ramelows Äußerung, betonte der Sprecher der NRW-Linken, Wolfgang Zimmermann. Just heute unterzieht sich Lafontaine einer Krebsoperation, und über die politische Zukunft von Kranken, heißt es in der eigenen Partei, verbiete sich jede öffentliche Spekulation.

Noch einmal genoss Lafontaine am Mittwoch einen mit großem Medieninteresse begleiteten Auftritt – im Landtag in seiner Heimat Saarbrücken, während der Debatte über die Regierungserklärung von Ministerpräsident Peter Müller (CDU). Zu seiner Erkrankung verlor Lafontaine dabei kein Wort. Unterdessen gibt es Hinweise, dass es sich um Prostata-Krebs handelt, der bei einer frühen Erkennung gut und folgenlos behandelt werden kann. Schwierig wird es, wenn sich bereits Metastasen gebildet haben. Lafontaine selbst hatte am Dienstag erklärt, er wolle Anfang 2010 über seine politische Zukunft entscheiden.

Unabhängig von seinem Gesundheitszustand ist Lafontaine starken Strömungen in der Linkspartei seit geraumer Zeit ein Dorn im Auge, vor allem jenen pragmatischen Kräften im Osten, die mehr rot-rote Regierungsbündnisse mit der SPD schmieden wollen. Zu denen zählt auch Ramelow. Zwei Gründe führen die Kritiker gegen Lafontaine ins Feld – erstens sei er wegen seiner Vergangenheit als früherer SPD-Bundesvorsitzender für führende Sozialdemokraten unannehmbar als Partner in Regierungsbündnissen, zweitens halte er seine schützende Hand über linksradikale Fundamentalisten im Westen, die vor allem im Landesverband NRW und auch in Niedersachsen stark sind. Die Lafontaine-Kritiker sind nach der Bundestagswahl, bei der die Linke 16 Direktmandate im Osten gewann, stärker geworden. Zugleich wächst die Angst vor Lafontaines Machtfülle: Laut Satzung endet im Mai 2010 die Doppelspitze im Parteivorsitz, und weil Lothar Bisky dann ausscheidet, spricht bisher viel dafür, dass Lafontaine dann der starke einzige Parteichef wird.

Manche wollen nun neben Lafontaine einen zweiten Vorsitzenden aus dem Osten etablieren – etwa Petra Pau, Dietmar Bartsch oder eben Ramelow. Nur: Dazu müsste die Parteisatzung wieder mit Zweidrittelmehrheit geändert werden.

Fraktionschef Gregor Gysi glaubt indes, auch ohne Lafontaine auszukommen: „Mich belastet, dass das jetzt alles auf meinen Schultern alleine hängt, aber ich halte das schon ganz gut durch.“

Das Bundeskabinett hat am Mittwoch bei seiner Klausurtagung im brandenburgischen Meseberg die Mandatsverlängerungen der Bundeswehr für Isaf, OEF und Unifil beschlossen.

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