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Deutschland / Welt Linke will Ost-West-Lohnangleichung bis 2025
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Linke will Ost-West-Lohnangleichung bis 2025
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06:10 02.05.2019
Schluss mit den Lohnunterschieden, sagt die Linke. Quelle: Oliver Berg/dpa
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Berlin

Die Linke fordert bis 2025 eine Angleichung von Löhnen und Gehältern in Ost- und Westdeutschland. Das geht aus einer Erklärung hervor, die anlässlich eines Treffens von 200 Abgeordneten der Partei aus Bund und Ländern am Donnerstag und Freitag in Leipzig veröffentlicht werden soll und die dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) vorliegt.

„Die Ostdeutschen arbeiten pro Jahr im Durchschnitt 67 Stunden länger und erhalten dafür durchschnittlich 5000 Euro weniger Gehalt als ihre westdeutschen Kolleginnen“, heißt es darin. Für die Linke seien dies „inakzeptable Zustände“. Der Lohnabstand zwischen Ost und West sei ebenso wie der zwischen Frauen und Männern kein Schicksal, sondern menschengemacht.

Dabei gelte: Wer nach Tarif bezahlt werde, verdiene bereits heute im Osten kaum weniger als im Westen. Dass eine 1:1 Lohnangleichung möglich sei, habe zuletzt die Industriegewerkschaft Bau bewiesen, die für die mehr als 600.000 Beschäftigten des Gebäudereiniger-Handwerks eine Angleichung der Löhne bis 2020 durchgesetzt habe.

Bartsch: Schluss mit der Geringschätzung

„Die Ost-West-Lohnmauer lässt sich dort überwinden, wo Gewerkschaften besonders einflussreich sind“, steht in der Erklärung. Vor diesem Hintergrund müsse gelten: „Gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit und gleiche Rente für gleiche Lebensleistungen in Ost und West, für Frauen und Männer, Deutsche und Nichtdeutsche, für Jung und Alt. Bis 2025!“

Der Parlamentarische Geschäftsführer der Linksfraktion im Bundestag, Jan Korte, sagte dem RND: „Bald dreißig Jahre lang warten viele Menschen in Ostdeutschland darauf, dass sie endlich gleich behandelt werden wie die im Westen. Dass sie gleiche Löhne für dieselbe Arbeit bei derselben Arbeitszeit bekommen. Und dass ihre Kinder gute Arbeit finden, ohne dafür in den Westen ziehen zu müssen. Wir wollen, dass die Bundesregierung endlich ihrem Verfassungsauftrag nachkommt, gleiche Lebensverhältnisse herzustellen.“ Linksfraktionschef Dietmar Bartsch erklärte dem RND: „Die weiter vorhandene Geringschätzung der Ostdeutschen muss ein Ende haben.“

Der Durchschnittsverdienst von sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigten lag zuletzt mit 3.339 Euro pro Monat im Westen weit höher als im Osten mit lediglich 2.600 Euro. Die Vermögen sind im Westen viermal so hoch wie im Osten.

Lesen Sie hier auch unseren Kommentar: Das Ost-Thema ist so populär wie nie – mit Recht

Von Markus Decker/RND

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