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Deutschland / Welt Liveblog: Millionen demonstrierten für Klimaschutz
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Liveblog: Millionen demonstrierten für Klimaschutz
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15:48 21.09.2019
Demonstranten tragen auf der Straße des 17. Juni in Berlin Transparente und Plakate. Weltweit haben am Freitag Millionen für mehr Klimaschutz demonstriert. Quelle: Christophe Gateau/dpa
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Berlin

Millionen Menschen haben am Freitag rund um die Welt für mehr Klimaschutz demonstriert. Der Zulauf in Deutschland war groß: In Berlin gingen nach Angaben der Aktivisten etwa 270.000 Menschen auf die Straße, die Polizei ging von 100.000 aus. In Köln waren es laut Veranstalter 70.000, in Hamburg laut Polizei 70.000. In München, Hannover und Leipzig beteiligten sich gut 25.000 Menschen, und selbst in kleineren Großstädten wie Münster und Freiburg waren es rund 20.000. Fridays for Future erklärte, 1,4 Millionen Menschen hätten in der Bundesrepublik demonstriert.

Proteste von Australien bis Pakistan

In Paris gingen einem Bericht des Nachrichtensenders Franceinfo zufolge rund 10.000 Menschen auf die Straße, in der belgischen Hauptstadt Brüssel waren es nach Angaben der Polizei etwa 15.000. In London waren es nach Angaben der Veranstalter sogar 100.000 – Schätzungen der Polizei lagen zunächst nicht vor.

Auch unter anderem im südafrikanischen Johannesburg, dem indischen Delhi, der pakistanischen Hauptstadt Islamabad und in Athen gab es Demonstrationen. Allein in Australien folgten rund 300.000 Menschen dem Protestaufruf, wie die Veranstalter mitteilten. Die schwedische Aktivistin Greta Thunberg zeigte sich begeistert und sprach von einem „historischen Tag“.

Das Klimapapier der Koalition stößt auf Kritik

In Berlin legten die Koalitionsspitzen von Union und SPD unterdessen die lange erwarteten Eckpunkte für mehr Klimaschutz vor. Unter anderem enthält das Papier einen Preis auf den Ausstoß klimaschädlichen Kohlendioxids, jedoch auf niedrigem Niveau. Zugleich sollen aber auch Fernpendler entlastet werden. „Fridays for Future hat uns alle aufgerüttelt und in Erinnerung gerufen, dass wir Schritte jetzt gehen müssen, die wir in den vergangenen Jahren nicht gegangen sind", erklärte Finanzminister Olaf Scholz (SPD) bei der Vorstellung der Pläne.

Lesen Sie hier das Klimapapier im Original nach.

Auf die Beschlüsse reagierte Fridays for Future auf Twitter mit Kritik. Die Aktivistin Luisa Neubauer schrieb: „Während Hunderttausende klimastreiken, einigt sich die GroKo anscheinend auf einen Deal, der in Ambitionen und Wirksamkeit jenseits des politisch und technisch Machbaren liegt.“ Und weiter: „Das ist heute kein Durchbruch, das ist ein Skandal.“

Weiterlesen: „Lasch, unverbindlich, unsozial und uneffektiv“ – Echo auf das Klimapaket

Klar ist: Am Freitag haben deutschlandweit so viele Menschen demonstriert wie schon lange nicht. Die Proteste waren der bisherige Höhepunkt der Klimaschutzbewegung Fridays for Future. Sie werden jedoch nicht die Letzten ihrer Art bleiben.

Fridays for Future und Klimastreik: Der große Protesttag im Video

Lesen Sie die Ereignisse des Tages im Liveblog nach:

18.40 Uhr: Wir beenden unsere Liveberichterstattung

Die meisten Klimastreikdemonstrationen sind mittlerweile beendet. Und auch wir beenden an dieser Stelle unsere Live-Berichterstattung. Wir bedanken uns für Ihr Interesse. Aktuelle Entwicklungen lesen Sie selbstverständlich weiterhin bei RND.de.

17.50 Uhr: Demo zu Wasser

Zwar mit weniger Menschen als auf der Straße, aber in Berlin wird auch auf dem Wasser demonstriert. Derzeit zieht eine lautstarke Bootsdemo auf der Spree durch das Regierungsviertel. Die Boote sind dabei offenbar nach musikalischen Geschmäckern aufgeteilt. Technofans kommen ebenso auf ihre Kosten wie Punks.

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Kommentar: Die GroKo und das Klima: Der Weg des geringsten Widerstands

17.45 Uhr: Potsdamer Platz in Berlin blockiert

In Berlin blockieren Aktivisten rund um die Gruppe Exctinction Rebellion den Potsdamer Platz. Die Gruppe hatte sich von der Ravedemo, die derzeit mit Technomusik zum Alexanderplatz zieht, abgesetzt und ist auf dem Potsdamer Platz sitzen geblieben. Die Blockade ist auch ein Ort zum Lernen, wie unser Reporter schreibt: Einer der Blockierer lernt, überdimensionierte Seifenblasen zu machen.

Sitzen bleiben: Aktivisten blockieren den Potsdamer Platz in Berlin. Quelle: Sebastian Stein/RND

17.35 Uhr: Laut Veranstalterangaben 100.000 Klimademonstranten in London

Auch in London gab es heute Massendemonstrationen. Laut Veranstalterangabe haben sich dort 100.000 Menschen an den Klimastreikprotesten beteiligt. „Man darf die Erderwärmung nicht ignorieren“, sagte die 15-jährige Sara am Freitag der Deutschen Presse-Agentur in London. „Viele denken wohl, unser Protest ist nicht so wichtig, weil wir Kinder und Jugendliche sind. Aber mir ist das sehr ernst!"

Auf Protestschildern hatten die vor allem jungen Demonstranten jeweils ihre eigene Botschaft im Kampf gegen die Erderwärmung: „Benutzt weniger Papier“, hatte beispielsweise eine Jugendliche auf einem winzigen Schild geschrieben. „Du wirst an Altersschwäche sterben, wir am Klimawandel“ stand auf einem anderen Schild.

Studenten riefen dazu auf, gemeinsam mit klingelnden Weckern die Menschen wach zu rütteln. Unternehmen sollten ihren Feueralarm aktivieren. In Großbritannien waren mehr als 200 Demonstrationen und andere Veranstaltungen organisiert worden.

„Du wirst an Altersschwäche sterben, wir am Klimawandel.“ Rund 100.000 Menschen demonstrierten laut Veranstalterangaben in London. Quelle: Getty Images

17.10 Uhr: Verkehrschaos in der Berliner City

Rund um den Potsdamer Platz in Berlin herrscht Verkehrschaos, wie unsere Reporter vor Ort berichten. Schuld seien jedoch nicht etwa Aktionen zivilen Ungehorsams, sondern die schiere Masse an Demonstranten und die weiträumigen Absperrungen der Polizei.

17.00 Uhr: Aktivisten blockieren Brücke in Hamburg

Aktivisten des Bündnisses „Sitzen Bleiben“ haben die Lombardsbrücke über die Alster in Hamburg blockiert. Damit ist eine der Hauptverkehrsadern in der Hamburger Innenstadt dicht. „Sitzen Bleiben“ hatte im Vorfeld des heutigen Klimastreiktages dazu aufgerufen, für ein Verkehrschaos in Hamburg zu sorgen. Auf Twitter zeigen die Aktivisten selbst Fotos von ihrer Blockade.

In einem Livestream der Aktivisten auf Twitter ist zu sehen, wie die Polizei mit der Räumung der Sitzblockade beginnt.

16.40 Uhr: Auch in Pakistan wird für mehr Klimaschutz demonstriert

Nicht nur der Klimawandel ist ein globales Phänomen. Auch die Klimaschutzbewegung erstreckt sich mit ihren Demonstrationen über den ganzen Globus. Auch in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad wurde am Freitag demonstriert.

16.30 Uhr: Die Leipziger Klimademo im Livestream

In Leipzig läuft die Fridays-for-Future-Demo bald los. Dort sind mehrere Tausend Menschen zusammengekommen. Die Leipziger Volkszeitung zeigt Eindrücke der Demo im Livestream auf Facebook.

In Leipzig demonstrieren heute #AlleFürsKlima. +++ Hier geht's zum Live-Ticker [LVZ Plus] https://www.lvz.de/Leipzig/Lokales/Klimastreik-in-Leipzig-Live-Ticker-von-der-Fridays-for-Future-Demo

Gepostet von LVZ Leipziger Volkszeitung am Freitag, 20. September 2019

16.25 Uhr: Fridays for Future meldet über eine Million Demonstranten in Deutschland

Über eine Million Menschen sind nach Angaben von Fridays for Future am Freitag in Deutschland für mehr Klimaschutz auf die Straße gegangen. 270.000 Menschen versammelten sich demnach in Berlin, bundesweit 1,4 Millionen, hieß es in einem Tweet der Bewegung. Schätzungen der Polizei in den jeweiligen Städten lagen etwas niedriger als die Veranstalterangaben.

16.15 Uhr: Raven gegen den Klimawandel

In Berlin pilgern nun Tausende Demonstranten vom Brandenburger Tor zum Potsdamer Platz. Dort startet die Demo der Berliner Clubszene unter dem Motto „Rave-Aufstand“. Techno-Bässe dröhnen dort vom Lautsprecherwagen, das Klima wird tanzend verteidigt. Die Einschätzung unseres Reporters Fabian Boerger: „Im Sitzen zu blockieren braucht hier keiner. Es sind so viele Menschen vor Ort, dass die angrenzenden Straßen komplett zu sind.“

Demonstranten bei der Ravedemo am Potsdamer Platz. Quelle: Fabian Boerger/RND

16.05 Uhr: Schüler besetzen Paulskirche in Frankfurt am Main

Klimademonstranten haben die Paulskirche in Frankfurt am Main besetzt. Etwa 25 Personen drangen am Nachmittag in die Kirche ein, hielten ein Banner hoch und stimmten ein Protestlied an. Sie teilten mit, das symbolträchtige Gebäude zunächst nicht verlassen zu wollen. Die Paulskirche ist ein bedeutender Ort für die deutsche Demokratie: Dort tagte 1848 die Frankfurter Nationalversammlung, die erste Volksvertretung für ganz Deutschland.

16.00 Uhr: 14.000 Demonstranten in Dresden – Ministerpräsident Kretschmer meldet sich auf Twitter

In der sächsischen Landeshauptstadt Dresden haben 14.000 Menschen an der Klimastreikdemo beteiligt. „Die Klimakrise ist die größte Gefahr unserer Zeit. Das Erreichen des 1,5-Grad-Ziels ist zwingend notwendig für die Sicherung unserer Zukunft und die zukünftiger Generationen“, erklärte Mitorganisator Marlo Araque. „Wir wollen, dass unsere Kinder, Enkel und auch noch unsere Urenkel einmal in einer lebenswerten Welt aufwachsen können“, betonte Regine Rullmann, Mitglied der Parents for Future in Dresden.

Und auch Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) meldete sich zu Wort – auf Twitter. In einem Video erklärt er: „Ich bin gegen Angstmacherei.“ Angst sei immer ein schlechter Ratgeber. Ob Kretschmer mit diesem Video bei den Klimademonstranten ankommt? Sehen Sie selbst:

15.50 Uhr: Jetzt wird auch in Leipzig demonstriert

In Leipzig ging es heute erst später los. Bislang sollen dort 8000 Teilnehmer auf dem Augustusplatz sein. Das teilen die Organisatoren von Fridays for Future mit, wie die „Leipziger Volkszeitung“ berichtet. „Damit ist das heute die größte Fridays-for-Future-Demonstration, die es hier in Leipzig bisher gegeben hat. Das zeigt, die Klimagerechtigkeitsbewegung wächst und auch wir werden immer vielfältiger“, sagt Fridays-for-Future-Sprecherin Lilly Uhrmann.

Tausende demonstrieren bei Fridays for Future in Leipzig. Quelle: Elena Boshkovska/Leipziger Volkszeitung

Globaler Klimastreik: Proteste in fast 160 Staaten

15.40 Uhr: Veranstalter sprechen von 270.000 Demonstranten in Berlin

Es werden immer mehr: In Berlin sprechen die Veranstalter der Fridays-for-Future-Demonstration mittlerweile von 270.000 Menschen, die in der Hauptstadt für mehr Klimaschutz protestieren. Zuvor haben sie von 80.000 Teilnehmern gesprochen, die Polizei Berlin wollte sich nicht festlegen und sprach zunächst nur von deutlich mehr als den ursprünglich angemeldeten 10.000 Personen.

Auch in anderen Städten wurden die Zahlen an Nachmittag deutlich nach oben korrigiert. In Hamburg sprach die Polizei von 70.000 Demo-Teilnehmern – und korrigierte ihre eigenen Angaben damit um immerhin 20.000.

In Berlin sind so viele Menschen auf der Straße, dass Fotos lediglich einen kleinen Teil der Demonstranten abbilden können. Quelle: imago images/epd

15.00 Uhr: Das Klimapapier der Koalition zum Nachlesen

Die Koalitionsspitzen von Union und SPD haben sich auf ein umfangreiches Strategiepapier für mehr Klimaschutz geeinigt. Das RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) dokumentiert das Papier – hier zum Nachlesen.

14.55 Uhr: Family for Future in Hannover

In der niedersächsischen Landeshauptstadt Hannover sind mehr als 26.000 Menschen auf der Straße. Darunter auch diese Familie: Friederike (74) und Christoph Emmelius (79) laufen als Grandparents for Future mit, wie die „Hannoversche Allgemeine Zeitung“ berichtet. „Wir haben fünf Enkelkinder, und wir wollen die Zukunft für sie retten“, sagt der 79-Jährige, der sich zu den Alt-68ern zählt. Mit dabei sind auch ihre Tochter Caroline (48) und deren Kinder Kilian (9) und Charlotte (13). „Es ist mir wichtig, dass meine Großeltern auch mitlaufen“, sagt Charlotte. „Das geht gar nicht, wie momentan mit der Umwelt umgegangen wird.“

In Hannover demonstrieren diese Grandparents for Future mit ihrer Familie. Quelle: Hannoversche Allgemeine Zeitung

14.35 Uhr: Dichtes Gedränge in Berlin

In Berlin läuft die Demo, jedoch nur zum Teil. Während einige Demonstranten schon an der Siegessäule angekommen sind, hat sich das Ende am Brandenburger Tor noch nicht einmal in Bewegung gesetzt, wie unsere Reporter vor Ort berichten. Schon während der Auftaktkundgebung sei auch in allen umliegenden Seitenstraßen kein Durchkommen gewesen.

Es ist voll. Zehntausende demonstrieren in Berlin für mehr Klimaschutz. Quelle: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dp

14.10 Uhr: Müllpicken beim Klimastreik

In Potsdam sind ebenfalls bis zu 5000 Menschen auf der Straße. Darunter auch Erstklässler, die nicht nur demonstrieren, sondern auch einen ganz praktischen Dienst an der Umwelt verrichten wollen, wie die „Märkische Allgemeine Zeitung“ berichtet. Sie haben Müllsammelpicker zur Demo mitgebracht.

Diese Erstklässler in Potsdam haben Müllsammelpicker dabei. Quelle: Märkische Allgemeine Zeitung

14.00 Uhr: Hunderttausende demonstrieren in ganz Deutschland

Von der Hauptstadt bis aufs „flache Land“ wird heute demonstriert. Bundesweit gehen nach bisherigen Informationen Hunderttausende auf die Straße. In Berlin beteiligen sich laut Veranstalterangaben 80.000 Menschen an der Fridays-for-Future-Kundgebung, die Polizei sprach lediglich von „weit mehr als 10.000“ Teilnehmern. In Hamburg sind laut Polizeiangaben rund 50.000 Menschen auf der Straße, in Bremen mehr als 30.000, in München 25.000, in Münster 20.000, in Kiel mehr als 10.000, in Lübeck 4000 und in Halle an der Saale 2000. In Düsseldorf beteiligen sich laut Veranstalterangaben 8000 bis 10.000 Menschen.

Noch sind längst nicht aus allen Städten Teilnehmerzahlen bekannt. Klar ist aber schon jetzt: So viele Menschen haben in Deutschland schon seit Längerem nicht mehr gleichzeitig demonstriert.

13.35 Uhr: „Das ist heute kein Durchbruch, das ist ein Skandal“

Während Zehntausende vor dem Brandenburger Tor demonstrieren, haben die Koalitionsspitzen von Union und SPD in ihren Verhandlungen für mehr Klimaschutz eine Einigung erzielt. Für die Berliner Fridays-for-Future-Organisatorin Luisa Neubauer gehen die Pläne jedoch nicht weit genug. „Das ist heute kein Durchbruch, das ist ein Skandal“, twitterte sie.

Koalitionspolitiker warfen Neubauer daraufhin vor, die Einigung ohne Kenntnis der Details zu kritisieren. „Ihr habt doch den Text noch gar nicht gelesen. Unglaublich!“, schrieb etwa der SPD-Bundestagsabgeordnete Sören Bartol.

„Ernsthaft?“, fragte der niedersächsische CDU-Politiker Michael Vietz.

Mehr zur Einigung auf ein Klimapaket lesen Sie hier: Sprit wird teurer, dafür Entlastung für Pendler

Global streiken Menschen am Freitag, um für mehr Klimaschutz zu demonstrieren. Gerade in Deutschland schließen sich zahlreiche Menschen an. Sie folgen dem Aufruf der Fridays-for-Future-Bewegung. Die eindrücklichsten Bilder finden Sie hier in der Galerie.

13.20 Uhr: 50.000 Klimademonstranten in Hamburg

Etwa 50.000 Menschen sind dem Aufruf zur Klimastreikdemo in Hamburg gefolgt, wie die Polizei am Mittag mitteilte. Dazu aufgerufen hatte die Jugendbewegung Fridays For Future. Unterstützt wird sie von Gewerkschaften, Kirchen, Umweltverbänden sowie Menschenrechts- und Friedensorganisationen. Der Verlauf sei absolut friedlich, sagte ein Polizeisprecher. Die vom Verfassungsschutz beobachtete Interventionistische Linke hatte „Verkehrsblockaden und radikale Aktionen“ am Rande des Klimastreiks angekündigt.

Zehntausende demonstrieren am Hamburger Jungfernstieg für mehr Klimaschutz. Quelle: Christian Charisius/dpa

13.05 Uhr: Alternative Fortbewegungsmittel beim Klimastreik in Berlin

Vor dem Brandenburger Tor in Berlin demonstrieren mittlerweile zehntausende Menschen. Die Veranstalter sprachen vor Ort von 80.000, die Berliner Polizei wollte sich zunächst nicht zu Teilnehmerzahlen äußern. Wie unsere Reporter vor Ort berichten, wächst die Masse weiter an.

Mit dabei sind auch Aktivisten, die neue klimaneutrale Fortbewegungsmittel erproben wollen: solarbetriebene Ballons. Ob diese doch etwas abenteuerlich wirkenden Teile zur Flugtaxikonkurrenz werden?

12.55 Uhr: Sternmarsch in Hannover

In Hannover wollen mehrere Tausend Demonstranten die Innenstadt mit einem Sternmarsch lahmlegen, wie die „Hannoversche Allgemeine Zeitung“ berichtet. Schüler und Erwachsene versammeln sich dort zurzeit an mehreren Plätzen. Darunter auch der hannoversche Landesbischof Ralf Meister. Er wünscht sich von Fridays for Future: „Bleibt hartnäckig und geduldig.“

Landesbischof Ralf Meister beim Klimaprotest in Hannover. Quelle: Hannoversche Allgemeine Zeitung

12.45 Uhr: Kreativ für das Klima

An Kreativität mangelt es den Klimademonstranten nicht. Das zeigen die selbst gemalten Protestschilder immer wieder. Hier ein paar Impressionen aus Berlin, eingefangen von RND-Reporter Jan Sternberg:

„Ich will ein heißes Date, keinen heißen Planeten.“ Quelle: Jan Sternberg/RND
„Oh, wie schön war Panama ...“
Sex sells: „Analverkehr statt Flugverkehr.“ Quelle: Jan Sternberg/RND

12.30 Uhr: Update aus dem Kanzleramt – Union und SPD erzielen Durchbruch

Habemus Klimapaket! Während Zehntausende in ganz Deutschland für mehr Klimaschutz demonstrieren, haben die Koalitionsspitzen bei ihren Verhandlungen in Berlin einen Durchbruch erzielt. Lesen Sie hier mehr dazu.

Zahlreiche Menschen weltweit streiken am Freitag für das Klima. Es ist der zweite globale Klimastreik seit Mai. Sie folgen der Bewegung Fridays for Future, die andernorts auch unter Strike 4 Climate bekannt ist. Die eindrücklichsten Bilder von den weltweiten Demonstrationen können Sie sich hier in der Galerie anschauen.

12.30 Uhr: Volle Plätze, wohin man schaut

Das immer wiederkehrende Motiv des Tages sind zum Bersten volle Plätze und Straßen.

So sieht es etwa im bayerischen Aschaffenburg aus:

So in Karlsruhe:

So in Kiel:

Und dieses Video stammt aus Heidelberg:

12.00 Uhr: „Ihr habt kein Recht, ein SUV zu fahren“

Nicht nur in den Großstädten wird heute für mehr Klimaschutz demonstriert. In Greifswald sind derzeit 1500 Menschen auf der Straße, wie die „Ostsee-Zeitung“ berichtet. Die Demonstranten riefen demnach die Parole „Ihr habt kein Recht, ein SUV zu fahren“.

1500 Menschen sind in Greifswald für mehr Klimaschutz auf der Straße. Quelle: Ostsee-Zeitung

11.50 Uhr: Klimaschutz für Jung und Alt

Die junge Generation wird die Folgen des Klimawandels zwar am intensivsten spüren, die Klimarettung ist aber trotzdem ein generationenübergreifendes Projekt. In Berlin sind auch Omas gegen rechts zur Fridays-for-Future-Demo am Brandenburger Tor gekommen. Sie beteiligen sich sonst vor allem an Protesten gegen rechtsextreme Aufmärsche.

11.40 Uhr: 13.000 auf Klimastreikdemo in Bremen

Es geht mit großen Zahlen weiter: In der Hansestadt Bremen nehmen laut Polizeiangaben 13.000 Menschen an der Fridays-for-Future-Demo teil.

So sah die Demo kurz nach ihrem Start von oben aus:

11.30 Uhr: Früh übt sich, wer das Klima retten will

Nadja Stutterheim begleitet die Klasse ihres Sohnes zum Berliner Klimastreik. Ihr ist wichtig, dass die Kinder „ein Gespür für Klimawandel, für Klimagerechtigkeit und überhaupt für Umweltschutz entwickeln“.

11.20 Uhr: Unternehmerdemo in Berlin gestartet

In Berlin hat die Demonstration der Entrepreneurs for Future begonnen. Unternehmer und deren Belegschaften haben sich am Bundesfinanzministerium versammelt, um von dort aus zum Brandenburger Tor zu ziehen. Dort beginnt um 12 Uhr die eigentliche Fridays-for-Future-Demo. Unser Reporter Jan Sternberg ist vor Ort:

11.10 Uhr: Schon 17.000 Demonstranten in Freiburg

Schätzungen gingen davon aus, dass heute in Berlin die deutschlandweit größte Klimastreikdemo stattfinden wird. Dort waren im Vorfeld 10.000 Teilnehmer angemeldet worden. In Freiburg sind nun bereits mehr als eineinhalbmal so viele Menschen auf der Straße. Ein Polizeisprecher ging zu Beginn der Versammlung am Freitagmorgen von 17.000 Klimademonstranten aus. „Das ist ein eindrucksvolles und starkes Signal der Bürger“, sagte Oberbürgermeister Martin Horn (parteilos).

So klingt es, wenn 17.000 Menschen für mehr Klimaschutz klatschen:

10.55 Uhr: „Was die Politik macht, ist hinten und vorne nicht genug“

Unser Reporter Fabian Boerger hat vor dem Kanzleramt in Berlin mit zwei Organisatoren des am Donnerstag eingerichteten Protestcamps gesprochen. Die bisherige weltweite Klimaschutzpolitik geht den beiden nicht weit genug.

10.50 Uhr: Klimastreik in der Südsee

Bevor die meisten Klimastreiks in Deutschland so richtig losgehen, noch ein kleiner Rückblick auf die vergangene Nacht (deutscher Zeit). Auch auf mehreren Südseeinseln fanden Klimaproteste statt. Die Inselstaaten werden voraussichtlich noch stärker unter den Folgen des Klimawandels leiden als viele andere Teile der Welt. In Port Vila auf der Südseeinsel Vanuatu fand diese bunte Demo statt:

Diese Kinder im kleinen Inselstaat Kiribati rufen: „Wir sinken nicht, wir kämpfen!“

9.56 Uhr: Ringen um Klimastrategie

Während die globalen Klimastreiks begonnen haben, ringt noch immer der Koalitionsausschuss von CDU, CSU und SPD um das Klimapaket. Den aktuellen Stand finden Sie hier.

9.50 Uhr: Proteste vor dem Kanzleramt

Im Zuge der Demonstrationen haben sich Klimaaktivisten auch direkt vor dem Kanzleramt in Berlin Gehör verschafft. Eine Gruppe von rund 30 bis 40 vor allem jungen Leuten rollte am Freitag vor dem Zaun des Kanzleramts ein großes Transparent aus, auf dem zu lesen war: „Rückkehr der Klimakanzlerin?“ Sie skandierten unter anderem: „Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft raubt.“ Im Kanzleramt tagten die Spitzen der Koalition in einer Marathonsitzung, um eine Einigung auf eine Strategie für mehr Klimaziele zu erreichen.

„Rückkehr der Klimakanzlerin?!“ Schüler protestieren vor dem Kanzleramt. Quelle: Sebastian Stein/RND

9.15 Uhr: Radfahrer legen in Berlin teilweise Berufsverkehr lahm

Zum Auftakt der Fridays-for-Future-Demonstrationen in Berlin haben Radfahrer am frühen Morgen den Berufsverkehr stellenweise lahmgelegt. Mehrere Hundert Menschen drehten ihre Runden im Kreisel des Ernst-Reuter-Platzes und blockierten damit die Zufahrt für Autos und Busse. Nach etwa 20 Minuten setzten sie ihre Fahrt Richtung Siegessäule fort. Der Versuch, die Baustelle zur Erweiterung der A 100 am Treptower Park zu blockieren, scheiterte aufgrund zu geringer Teilnehmerzahlen. Zugleich mussten Pendler ab 6.30 Uhr teilweise auf den S-Bahn-Verkehr verzichten. Mehrere Linien waren wegen Stellwerkstörungen im gesamten Stadtgebiet außer Betrieb.

9.01 Uhr: Klimastreikdemo in Frankfurt beginnt mit Blockaden

Mit ersten Straßenblockaden haben am Freitag in der Frankfurter Innenstadt die Demonstrationen zum globalen Klimastreik begonnen. Am zentral gelegenen Baseler Platz hielten mehrere Dutzend Aktivisten den Straßenverkehr auf und lösten einen Stau sowie ein Hupkonzert aus. Nach Angaben der Polizei gab es auch an der Friedberger Warte erste Proteste. Im Laufe des Freitags werden in Frankfurt Tausende Teilnehmer zu einem Sternmarsch mit anschließendem Demonstrationszug erwartet. Auch in anderen hessischen Städten sind Kundgebungen geplant.

8.59 Uhr: 300.000 Menschen in Australien auf den Straßen

An dem globalen Klimastreik haben sich in Australien nach Angaben der Veranstalter mindestens 300.000 Menschen beteiligt. Dies seien doppelt so viele wie beim vorherigen Protestmarsch, schrieben die Aktivisten von Fridays for Future am Freitag auf Twitter. Es dürften demnach sogar noch mehr werden, weil ihnen am Nachmittag (Ortszeit) noch keine Teilnehmerzahlen aus allen Orten vorlagen. Große Kundgebungen gab es unter anderem in Sydney und Melbourne. In der Stadt Alice Springs im Zentrum Australiens legten sich Hunderte Menschen demonstrativ auf den Boden und stellten sich tot.

8.57 Uhr: Größte Demo in Deutschland in Berlin

Eine der größte Demonstrationen mit 10.000 erwarteten Teilnehmern soll es in Berlin geben. In den anderen deutschen Millionenstädten München, Hamburg und Köln sind ebenfalls größere Proteste geplant.

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mit Agenturmaterial von dpa

Von Felix Huesmann, Sebastian Stein, Fabian Boerger/RND

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