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Deutschland / Welt Das sind die zehn wichtigsten Politiker auf der Münchner Sicherheitskonferenz
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22:46 15.02.2019
Kommt auch nach München: US-Vizepräsident Mike Pence. Quelle: DPA (Manuel Balce)
Berlin

Mehr als 600 Experten drängeln sich in den nächsten drei Tagen wieder durch das Luxushotel Bayerischer Hof in München.

Auf diese zehn Teilnehmer der Münchner Sicherheitskonferenz muss man an den nächsten drei Tagen besonders achten:

1. Ursula von der Leyen, Verteidigungsministerin, Deutschland:

Eröffnet die Sicherheitskonferenz: Ursula von der Leyen. Quelle: dpa

Die CDU-Politikerin eröffnet am Freitag wieder einmal die Sicherheitskonferenz. Zuvor nimmt sie an einem Ministertreffen zum Kampf gegen die Terrororganisation Islamischer Staat teil. Für sie dürfte der Ausflug nach München eine willkommene Abwechslung sein. In Berlin ist es für sie wegen der Affäre um externe Berater in ihrem Ministerium gerade nicht so gemütlich.

2. Mike Pence, Vizepräsident, USA

Wie kooperativ wird seine Rede? US-Vizepräsident Mike Pence. Quelle: DPA

Der zweite Mann im Weißen Haus ist der Top-Act der Sicherheitskonferenz. Bereits vor zwei Jahren hat er wenige Tage nach dem Amtsantritt von Präsident Donald Trump dessen außenpolitischen Kurs erklärt. Der wichtigste Satz damals: „Das ist Präsident Trumps Versprechen: Wir werden zu Europa stehen, heute und jeden Tag, weil uns dieselben edlen Ideale zusammenschweißen.“ Diesmal wird seine Rede wahrscheinlich weniger kooperativ ausfallen. Bei der Nahost-Konferenz in Warschau gab es mit scharfer Kritik an der Iran-Politik der europäischen Verbündeten einen Vorgeschmack.

3. Angela Merkel, Bundeskanzlerin, Deutschland

Muss auf Frankreichs Präsidenten Emmanuel Macron an ihrer Seite verzichten: Angela Merkel. Quelle: dpa

Eigentlich sollte die CDU-Politikerin zusammen mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron auftreten und über die Zukunft Europas reden. Macron überlegte es sich wegen der Proteste zu Hause gegen seine Regierungspolitik aber anders. Jetzt bildet Merkel ein Gegengewicht zu Pence und der „Amerika zuerst“-Außenpolitik des mächtigsten Verbündeten Deutschlands. Die Kanzlerin wird ein Plädoyer für internationale Zusammenarbeit, den sogenannten Multilateralismus, entgegensetzen.

4. Yang Jiechi, oberster Außenpolitiker der Kommunistischen Partei, China

Auf seine Anreise ist Konferenzleiter Wolfgang Ischinger besonders stolz. Noch nie war China so hochrangig vertreten. Yang Jiechi wird auch die größte Delegation seines Landes anführen, die je nach München gekommen ist. „An denen wird man im Bayerischen Hof nur schwer vorbeikommen“, heißt es schon. Atomstreit mit Nordkorea, Kräftemessen im Südchinesischen Meer, Handelsstreit mit den USA und atomare Rüstung - man kann gespannt sein, was der Top-Diplomat zu diesen Themen zu sagen hat.

5. Sergej Lawrow, Außenminister, Russland

Statt Putin in München: Russlands Außenminister Sergej Lawrow. Quelle: DPA

Kein Präsident Wladimir Putin, kein Regierungschef Dmitri Medwedew. Russland ist diesmal „nur“ mit dem Außenminister vertreten. Man kann aber sicher sein, dass der eine kernige Rede halten wird. Darin dürfte es unter anderem um die brandaktuelle Frage gehen, ob nach der beidseitigen Aufkündigung des wichtigen INF-Abrüstungsvertrags durch die USA und Russland ein neues atomares Wettrüsten in Europa bevorsteht.

6. Joe Biden, Ex-Vizepräsident und möglicher Präsidentschaftskandidat, USA

Über eine mögliche Kandidatur von Joe Biden wird spekuliert. Quelle: DPA

Er war schon als Stellvertreter von US-Präsident Barack Obama in München. Jetzt kommt der Demokrat als möglicher Herausforderer von US-Präsident Trump im Jahr 2020. Ihm werden viele deutsche Transatlantiker angesichts der schwer angeschlagen deutsch-amerikanischen Beziehungen wohl sehnsüchtig zuhören.

7. Mohammed Dschawad Sarif, Außenminister, Iran

Der Außenminister des Iran: Mohammed Dschawad Sarif. Quelle: DPA

Auf der Nahost-Konferenz in Warschau versuchten die USA in den vergangenen Tagen neue Allianzen gegen den Iran zu schmieden. In München wird Sarif darauf antworten. Ein wichtiger Gegenspieler wird ihm am Sonntag aber fehlen. Israels Premierminister Benjamin Netanjahu, der in Warschau eine scharfe Rede gegen den Iran hielt, sagte seine Teilnahme an der Münchner Konferenz ab. Begründung: unbekannt.

8. Adel Al-Dschubair, Staatssekretär, Saudi-Arabien

Der ehemalige Außenminister ist nun nur noch Staatsminister Saudi-Arabiens: Adel Al-Dschubair. Quelle: dpa

Dafür bekommt Sarif es mit einem anderen Kontrahenten zu tun: Adel al-Dschubair aus Saudi-Arabien, das mit dem Iran um die Vorherrschaft im Nahen und Mittleren Osten konkurriert. Trotz seiner Erfahrung wurde al-Dschubair vor wenigen Wochen vom Außenminister zum Staatssekretär degradiert. Er reist aber immer noch durch die Welt, um die saudische Außenpolitik zu erklären. Drei Monate nach der Tötung des regierungskritischen Journalisten Jamal Khashoggi im saudischen Konsulat in Istanbul wird das nicht ganz einfach werden.

9. Ivanka Trump, Präsidententochter, USA

Darf nicht auf die Hauptbühne: Ivanka Trump. Quelle: DPA

Nicht alle wichtigsten Gäste sind in München auf der Hauptbühne zu sehen. Die Tochter von US-Präsident Donald Trump gehört dazu. Die „First Daughter“ war auch schon vorletztes Jahr beim G20-Gipfel in Hamburg dabei, wo sie an einem Frauengipfel teilnahm. In München könnte das Interesse an ihrem Mann Jared Kushner vielleicht sogar noch etwas größer sein als das an ihr. Kushner erarbeitet gerade einen mit Spannung erwarteten Friedensplan für Israel und die Palästinenser, der im Frühjahr fertig sein soll. Bei der Nahost-Konferenz in Warschau hat er noch nichts daraus verraten, vielleicht in München?

10. Annegret Kramp-Karrenbauer, CDU-Vorsitzende, Deutschland

Kommt um Kontakte zu knüpfen: Annegret Kramp-Karrenbauer. Quelle: dpa

Auch die neue CDU-Chefin hat keinen großen Auftritt in München, kann dort aber schon mal Kontakte für mögliche höhere Aufgaben knüpfen. In der Zeitschrift „Internationale Politik“ ließ sie keine größeren Abweichungen von Merkels Außenpolitik erkennen - auch wenn die umstrittene russisch-deutsche Gas-Pipeline Nord Stream 2 „sicher kein Herzensprojekt“ sei, wie sie sagte.

Von RND/dpa

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