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Deutschland / Welt Marine rettet erneut 900 Flüchtlinge
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Marine rettet erneut 900 Flüchtlinge
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00:15 15.04.2014
Rettung aus dem Meer: Italienische Seeleute nehmen eine Flüchtlingsfrau in Empfang. Quelle: dpa
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Rom/Genf

Sie würden zur Identifizierung nach Sizilien gebracht. Die Helfer waren die gesamte Nacht über im Einsatz. Unter den Geretteten waren Dutzende Kinder und Frauen.  Die Boote waren nach Angaben der Marine an der nordafrikanischen Küste aufgebrochen.

Erst Anfang der Woche hatte die ­Marine binnen 48 Stunden rund 4000 Bootsflüchtlinge aus dem Meer gefischt. Daraufhin forderte Innenminister ­Angelino Alfano mehr Unterstützung von der EU. Alfano schätzt, dass in Afrika etwa 300 000 bis 600 000 Flüchtlinge auf die Überfahrt nach Europa warten.

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Das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR teilte am Freitag in Genf mit, die Flüchtlinge wollten Gewalt, Verfolgung und Krieg in ihren Heimatländern entkommen. Viele stammten aus Syrien, Eritrea, Somalia, Nigeria, Gambia, Mali und dem Senegal. Die Boote seien an der libyschen Küste in See gestochen. Die wenigsten Boote sind nach Angaben der UN seetauglich, meist sind sie zu klein, und die Menschen reisen nicht mit genügend Proviant. Schleuser nutzten die Verzweiflung der Flüchtlinge aus.

Nach UNHCR-Angaben erreichten in diesem Jahr bereits etwa 18 000 Bootsflüchtlinge die Küsten Italiens. Im gesamten vergangenen Jahr waren es knapp 43 000. Davon waren mit mehr als 11 000 Migranten die Syrer die größte Gruppe. Die Aufnahmezentren in Italien sind längst überfüllt.

Im Herbst 2013 kamen bei mehreren schweren Unglücken vor der italienischen Küste mehr als 400 Flüchtlinge ums Leben. Rom leitete daraufhin den Einsatz „Mare Nostrum“ ein, bei dem Kriegsschiffe, Drohnen und Hubschrauber mit Infrarot- und optischer Ausrüstung eingesetzt werden, um Flüchtlingsboote ausfindig zu machen und deren Insassen zu retten.

Die Schleuser nutzten die humanitäre Aktion „Mare NostrumItaliens aus und erhöhten die Zahl der Flüchtlingsboote, heißt es in italienischen Medien. Bereits etwa 30 oder 40 Seemeilen nach dem Ablegen in Libyen riefen die „Händler des Todes“ telefonisch um Hilfe, sagte Alfano.

 (epd, mit: dpa)

Gabi Stief 11.04.2014
Klaus von der Brelie 11.04.2014