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Deutschland / Welt Michael Kretschmer grüßt Wähler in persönlicher Videobotschaft - mit Tücken
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Michael Kretschmer grüßt Wähler in persönlicher Videobotschaft - mit Tücken
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15:23 21.08.2019
Mit personalisierten Videobotschaften will Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer den Wahlkampf befeuern. Quelle: imago images / photothek
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Dresden

Im Normalfall sollte man aus Sicherheitsgründen ja keine Links aus ominösen E-Mails anklicken. Und die Nachrichten von Sachsens CDU, die gerade in Tausenden E-Mail Postfächern landen, sind schon etwas merkwürdig. "Hallo, ich habe eine persönliche Videobotschaft von Michael Kretschmer für dich", heißt es darin. Eine Nachricht von Sachsens Ministerpräsidenten?

Wer den Link in der Mail anklickt, sieht ein Video, in dem Kretschmer im dunklen Anzug und mit Krawatte in einem Büro stehen. Er begrüßt den Empfänger mit seinem Vornamen und erinnert einen - im Auftrag des Absenders - daran, dass am 1. September Landtagswahl in Sachsen ist. In 45 Sekunden erklärt er noch einmal kurz seine Grundsätze - "ich möchte das Land gestalten, damit Sachen eine gute Zukunft hat, dass der gesellschaftliche Zusammenhalt gestärkt wird" - und fordert einen dann auf, wählen zu gehen - die CDU natürlich.

Viele Namen stehen nicht zur Auswahl

Diese persönliche Videobotschaft zur Sachsenwahl, die jeder über E-Mail oder WhatsApp verschicken kann, hat sich Sachsens CDU als Werbegag für die Onlinekanäle ausgedacht. Sie soll ihre Wähler persönlich ansprechen und die Wichtigkeit der Wahl betonen, sagt der Sprecher des CDU- Landesverbandes, Alexander Szymanski.

Lesen Sie auch: Michael Kretschmer und das Dilemma der Sachsen-CDU

Für diese ungewöhliche Aktion hat Ministerpräsident Kretschmar 200 Namen eingesprochen - die 100 häufigsten Männer- und die 100 häufigsten Frauennamen. Um diese herauszufinden, habe sich sich CDU Sachsen mehrere Namensstatistiken seit 1950 angesehen, sowohl die der Bundesrepublik als auch die der DDR. "Damit mit hoher Wahrscheinlichkeit der gesuchte Name dabei ist", sagt Szymanski. Zusätzlich habe man die Vornamen der CDU-Direktkandidaten ergänzt.

Annegret und Hans-Georg fehlen

Daher sind überhaupt keine ausländischen Namen vorhanden - ein Mohammed kann Kretschmer nicht empfehlen. Aber auch sorbische Vornamen tauchen nicht auf - bitter für Kretschmers Amtsvorgänger Stanislaw Tillich, der nicht per Video für seinen Nachfolger werben kann. Von den ostdeutschen Klischee-Vornamen sind Maik und Enrico vertreten, Mandy und Doreen fehlen. Was die CDU-Bundesebene angeht: Angela ist vorhanden, Annegret nicht. Die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer kann ebenso wenig Kretschmer-Videos verschicken wie der Ex-Verfassungsschutzchef Hans-Georg Maaßen, der mit einem Kabinettsposten in Dresden kokettiert. Völlig unverständlich: Die Namen von Sachsens berühmtesten Königen, August (der Starke) und Kurt (Biedenkopf) fehlen ebenfalls.

Die Reaktionen seien "durchweg positiv", sagt der CDU-Sprecher. Seit Montag können Interessierte das Video auf der Seite der sächsischen Union generieren. In den ersten 48 Stunden hatten bereits über 25.000 Menschen Videos verschickt. Auf der Facebookseite der der CDU Sachsen gibt es aber auch Kritik: "Finde ich peinlich für die CDU", schreibt ein Nutzer. "Leider sind viele Namen nicht dabei", bemängelt eine Nutzerin.

Lisa Neugebauer/Jan Sternberg/RND

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