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Deutschland / Welt Mögliche SPD-Chefin? Franziska Giffey bringt sich in Stellung – doch sie hat ein Problem
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Mögliche SPD-Chefin? Franziska Giffey bringt sich in Stellung – doch sie hat ein Problem
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19:06 20.06.2019
Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) beim Besuch einer Kita in Dresden: „Bauch und Herz erreichen“. Quelle: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild
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Berlin

Am Anfang schlugen sich alle prominenten Sozialdemokraten in die Büsche. Nach dem Rücktritt von Andrea Nahles hörte man tagelang nur, wer alles nicht SPD-Chef werden will. Inzwischen aber wagt sich der eine oder andere Genosse aus der Deckung – zumindest ein bisschen.

Da ist zum Beispiel Thomas Kutschaty, der ehrgeizige Fraktionsvorsitzende der SPD im Landtag von Nordrhein-Westfalen. Der 51-Jährige aus Essen würde gerne Spitzenkandidat für die NRW-Landtagswahl im Jahr 2022 werden, und offenbar hegt er auch Ambitionen im Bund. „Großen Herausforderungen darf man nicht hinterherlaufen, man darf aber auch nicht davor weglaufen“, sagte der ehemalige Landesjustizminister am Mittwoch dem „Kölner Stadt-Anzeiger“.

Kritik aus der eigenen Fraktion

Kutschaty hat allerdings nicht nur Freunde in seinem Landesverband. Bereits kurz nach der Äußerung stellte NRW-Generalsekretärin Nadja Lüders den eigenen Fraktionschef in den Senkel. Personalspekulationen zum jetzigen Zeitpunkt seien „nicht hilfreich“, sagte Lüders dem Westfälischen Anzeiger. „Es gebietet der Respekt, den Vorschlag des Parteivorstands am kommenden Montag abzuwarten.“ An diesem Tag will die SPD-Spitze ein Verfahren zur Kür der neuen Führung beschließen.

Mehr lesen: „Die SPD hat noch einen Schuss frei“

Schon am Sonntagabend hatte Franziska Giffey, Familienministerin und ehemalige Bezirksbürgermeisterin von Berlin-Neukölln, aufmerken lassen. In der TV-Talkshow „Anne Will“ antwortete Giffey auffallend ausweichend auf die Frage, ob sie sich den Vorsitz zeitlich neben dem Familienministerium zutraue. Das sei eine Frage der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, alles müsse sehr gut miteinander abgewogen werden, sie habe auch einen neunjährigen Sohn, führte die Berlinerin aus. Auf das Insistieren der Moderatorin, dass das nun wahrlich kein „Nein“ sei, lachte Giffey verlegen. Dann sagte sie: „Ich werde dazu heute keine Aussage in dieser Form treffen.“

Das große Problem der Frau aus Berlin

Am Mittwoch allerdings traf sie in einem Interview mit der „Süddeutschen Zeitung“ eine ganze Reihe von Aussagen. Einige davon wurden in der SPD wie eine Bewerbungsrede gelesen. „Die Leute entscheiden viel über den Bauch, über Sympathie“, sagte Giffey. Deshalb sei es wichtig, dass der SPD-Vorsitz an eine Person gehe, „die Bauch und Herz erreichen“ könne. Genau das nimmt Giffey für sich selbst in Anspruch.

Giffey wird in der SPD zurzeit für alles Mögliche gehandelt, und vermutlich wäre die Berlinerin bereits gesetzt, wenn da nicht das Problem mit ihrer Doktorarbeit wäre. Die Freie Universität prüft Plagiatsvorwürfe gegen die Politikwissenschaftlerin, das Verfahren soll irgendwann im Laufe des Jahres abgeschlossen werden. Im schlimmsten Fall wird Giffey ihren Doktortitel verlieren. Für eine neue Parteichefin wäre das ein denkbar schlechtes Omen.

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Von Andreas Niesmann/RND

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