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Deutschland / Welt Proteste gegen die Moschee richten sich gegen Religionsfreiheit
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Proteste gegen die Moschee richten sich gegen Religionsfreiheit
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15:10 13.11.2018
Gemeindemitglieder stapeln für die Grundsteinlegung für eine neue Moschee Steine. Die Ahmadiyya-Gemeinde mit etwa 100 Mitgliedern will die Moschee im Stadtteil Marbach errichten. Quelle: Martin Schutt/dpa
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Berlin

Die Proteste gegen den Bau der Erfurter Moschee sind nicht neu. Auch sind Proteste dieser Art nicht auf Erfurt beschränkt. Es gab sie in Berlin-Heinersdorf. Und selbst im als liberal bekannten Köln fanden jahrelange Pro- und Kontra-Debatten statt. Selbst mancher Befürworter des dortigen Projekts ist mittlerweile enttäuscht, weil der Moschee-Betreiber, die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion – kurz Ditib –, sich zum Machtinstrument des türkischen Präsidenten entwickelt hat und die Integration des Islam nicht fördert, sondern behindert.

Allerdings liegt gegen die in Thüringens Hauptstadt federführende muslimische Gemeinde nichts vor. Vor allem gilt in Deutschland nach Artikel vier des Grundgesetzes Religionsfreiheit. „Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses sind unverletzlich“, heißt es da. „Die ungestörte Religionsausübung wird gewährleistet.“ Der Artikel vier ist einer jener Ewigkeitsartikel, die sogar mit Zwei-Drittel-Mehrheit in Bundestag und Bundesrat nicht geändert werden dürfen. Er gilt, so lange die Republik besteht. Und er gilt für alle.

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In Erfurt mag all das gewöhnungsbedürftig sein – weil dort weniger Gläubige leben, also auch Christen, und überhaupt weniger Fremde. Doch auch in Erfurt wird die Gewöhnung wie in Heinersdorf eines Tages gelingen. Das ist jedenfalls zu wünschen.

Von Markus Decker/RND