Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Deutschland / Welt Großbritannien bemüht sich um Schadensbegrenzung in Botschafter-Affäre
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Großbritannien bemüht sich um Schadensbegrenzung in Botschafter-Affäre
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:34 09.07.2019
US-Präsident Donald Trump und die scheidende britische Premierministerin Theresa May bei einem Treffen 2018 in England. Das Verhältnis der beiden leidet aktuell unter der Botschafter-Affäre. Quelle: imago
London/Washington

In der Affäre um kritische interne Berichte des britischen Botschafters in Washington über die Regierung von Donald Trump bemüht sich London um Schadensbegrenzung. Die Regierung von Premierministerin Theresa May habe den USA ihr Bedauern in der Sache zum Ausdruck gebracht, sagte ein Regierungssprecher in London am Montagabend. Über eine mögliche Abberufung von Botschafter Kim Darroch wurde jedoch nichts bekannt. Für London geht es offensichtlich darum, weder die Beziehungen zu den USA zu beschädigen, noch unterwürfig zu erscheinen.

Die in die Öffentlichkeit gelangten Auszüge aus den internen Berichten gäben die Intensität der Beziehungen und deren Wertschätzung durch Großbritannien nicht angemessen wieder, sagte der Sprecher. Botschafter Darroch genieße weiter die volle Unterstützung Premierministerin Theresa Mays. „Das Vereinigte Königreich hat eine besondere und beständige Beziehung zu den USA, die auf unserer langen Geschichte und unserem Bekenntnis zu gemeinsamen Werten beruht, und das wird auch weiter so sein“, betonte der Sprecher.

Britisches Außenministerium bestreitet nicht die Echtheit

Die britische Zeitung „Mail on Sunday“ hatte am Wochenende aus vertraulichen Memos des Botschafters zitiert. Darin wird die Regierung von US-Präsident Donald Trump als „unfähig“ bezeichnet. Der Präsident strahle Unsicherheit aus und agiere ungeschickt, schrieb Darroch demnach.

Die Einschätzungen stammen den Angaben zufolge aus dem Zeitraum von 2017 bis in die Gegenwart. Das Außenministerium in London bestritt die Authentizität nicht und erklärte, die britische Öffentlichkeit erwarte, dass Botschafter Ministern eine ehrliche und ungeschminkte Bewertung der Lage in ihren Ländern geben.

Trum teilt gegen scheidende Premierministerin May aus

Trump reagierte wie üblich auf Twitter. Über den Botschafter schrieb er am Montag: „Ich kenne den Botschafter nicht, aber er ist in den USA nicht beliebt oder wird geschätzt.“ Und fügte hinzu: „Wir werden uns nicht mehr mit ihm befassen.“ Auch May und ihren Brexit-Kurs attackierte Trump mit scharfen Worten: „Was für ein Durcheinander sie und ihre Vertreter angerichtet haben. Ich habe ihr gesagt, wie man es machen sollte, aber sie hat sich entschieden, einen anderen Weg zu gehen.“ Aber es gebe da eine „wundervolle Nachricht“: Bald werde Großbritannien einen neuen Premierminister haben.

Im Rennen um den Vorsitz der regierenden Konservativen Partei und die Nachfolge von Premierministerin May stehen sich der ehemalige Bürgermeister von London, Boris Johnson, und Außenminister Jeremy Hunt gegenüber. Trump gilt als Unterstützer des Populisten Johnson.

Lob von Trump gab es nur für die Queen

Nur für die britische Königin Elizabeth II. fand Trump am Montag freundliche Worte. Bei seinem „herrlichen“ Staatsbesuch in Großbritannien im vergangenen Monat sei er am meisten von der Queen beeindruckt gewesen, twitterte der US-Präsident.

Von RND/dpa/eti

Kommentare 0 Nutzungsbedingungen
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Dass sich Südkoreaner in den kommunistischen Norden absetzen, passiert selten. Der jetzige Fall ist besonders spektakulär: Choe In Guk ist ein Ex-Minister, dessen Eltern bereits in den achtziger Jahren nach Nordkorea ausgewandert waren.

09.07.2019

Die Europäischen Grünen haben sich noch nicht festgelegt, ob sie die Wahl von Ursula von der Leyen zur EU-Kommissionspräsidentin unterstützen werden. Am Mittwoch wollen sie die Kandidatin in der Fraktion umfassend befragen – aber nicht hinter verschlossenen Türen.

09.07.2019

Es ist die bisher höchste Strafe im Zusammenhang mit den G20-Krawallen 2017: Ein Hamburger Gericht hat einen 36-Jährigen zu vier Jahren Haft verurteilt haben. Allerdings spielte bei dem Urteil auch eine andere Tat eine Rolle.

09.07.2019